Unser neues Spiel:
Entlang der spanisch portugiesischen Atlantikküste wird sehr viel gefischt. Es sind kleinere und mittlere Schiffe, einige gehen tagsüber, andere in der Nacht auf Fang. Für uns heisst das den Booten und auch den unzähligen Fischerbojen auszuweichen. Diese haben ganz verschiedene Formen: leere Kanister, schwarz, weiss, rot, grüne Fähnchen, einfache weisse Kugeln... Manchmal gibt es Doppelfahnen. Ab und zu fliegt eine davon – das sind mir die liebsten, es ist eine Möwe. Ein System ist für uns jedoch nicht erkennbar. Im Gegenlicht sind sie oft überhaupt nicht zu sehen. Verfängt man sich in einer Leine, so kann das für Fischer und Boot sehr unangenehm werden heisst das doch oft, die Leine zu zerschneiden und den Propeller davon zu säubern. Während meiner Nachtwache verfängt sich eine. Es heisst das Schiff so rasch wie möglich zu stoppen. Hansueli fährt dann eine Zeit lang in die Gegenrichtung um uns zu befreien und siehe da wir kommen ohne Schaden (auch für den Fischer) davon. Unsere Kielform verhindert meist, dass eine Leine in unserern Propeller gelangt.
Bastelstunde auf hoher See
Nazaré ist unser nächstes Ziel. Im Jahre 2003 waren wir hier mit dem CCS (Hochseeclub der Schweiz) von Lissabon nach Coruna unterwegs, mussten das Schiff aus dem Wasser nehmen wegen Wasser im Getriebe. Damals hatten wir keine Zeit, das Städtchen zu erkunden. Hansueli und ich waren mehr oder weniger freiwillig zuständig für die „Überwachung“ der Arbeit.
Anderntags fahren wir mit den Fahrrädern zum Markt, kaufen frisches Gemüse, Obst, Feigen, Käse, Oliven, Brot. Am Nachmittag geht es mit der sehr steilen Zahnradbahn und den Fahrrädern in den oberen Teil des Städtchens und später in einer Schussfahrt wieder auf`s Boot. Nazaré ist eines der berühmtesten Fischerdörfer des Landes und befindet sich am Ende einer langen Sandbank genau unterhalb eines riesigen Kliffs.
Die PortugiesInnen sprechen oft besser französisch als englisch, bei den TouristInnen hört man ebenfalls oft französisch, dann englisch und deutsch. Die Saison geht auch hier langsam dem Ende entgegen, die Strände sind fast leer.
Nazaré – Peniche
Ruhig erreichen wir Peniche, vorbei an den felsigen unter Naturschutz stehenden Berlenga Inseln. Die Sicht ist sehr unterschiedlich, mal sehen wir die Küste nur als Silhouette mal erfreuen wir uns am ganzen Panorama. In Peniche gibt es nur wenige Plätze für „visitors“. Auch scheinen wir in einem Jugendcamp angekommen zu sein. Von den ca. 12 Booten waren etwa 9 von für uns sehr jungen Menschen bewohnt, aus Schweden, Frankreich, Deutschland, Holland, England. Auf dem Nachbarboot war ein junges Paar mit einem etwas 8 Monate alten Kind. Es scheint bestens zu gehen und die Jungen finden sich abends auf dem Steg zusammen. Wir liegen sehr eng eingeklemmt zwischen einem Schiff aus England und einem aus Frankreich (sehr reparaturbedürftig). Das englische Paar will etwas früher los als wir. Sie warten dann jedoch und hoffen, wenn wir weg sind, kommen sie besser vom Steg weg. Wir helfen ihnen ablegen und weg sind sie.
Peniche – Oeiras Marina (Lissabon)
Eine ruhige Fahrt mit wenig Wind. Wir entdecken verschiedene Fische und versuchen zu erraten, was für Sorten es sein könnten. Es gibt hüpfende. Sie jucken wenig aus dem Wasser und verhalten sich wie „Schiefersteine“. Sie treten mehrheitlich in kleineren Gruppen auf. Ob es wohl Tunfische sind? Grössere sich an der Oberfläche eweils kurz auftauchende, ähnlich Delphinen, Fische. Ich meine auch einen Delphin zu sehen. - FischerInnen verzeihen mir meine Unkenntnis, vielleicht gibt in ein paar Jahren genauere Beschreibungen -.
Wir besuchen den Park der Poeten, eine wunderschöne Anlage mit einer vielfältigen Flora. 2003 wurde der erste Teil eröffnet, 2013 der bisher letzte. Leider kennen wir die portugiesischen, teilweise aus Brasilien stammenden Dichter viel zu wenig. Wir erfreuen uns jedoch an den sehr individuell von einheimischen KünsterInnen gestalteten „Plätzen“.