Dada Tux

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unsere Reiseberichte
Apr.
26

unterwegs im Wohnmobil (WoMo)
Anfang Januar bis Ende März 2023

Eine alternative Möglichkeit weiterhin unterwegs zu sein, für Hansueli, für uns?

Im Sommer 2022 verkaufen wir unser Segelboot, die Dada Tux in San Diego, und kehren in die Schweiz zurück. 7 Jahren waren wir auf hoher See. Eine Anfrage von einem befreundeten Segelpaar über einige Wochen mit zu segeln liess sich Hansueli nicht entgehen und genoss letzten Oktober/November die 6 Wochen in Gibraltar, Marokko und auf den Kanarischen Inseln.

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Dez.
29

 

Juli
02

Wir fühlen uns wohl in der für hiesige Verhältnisse kleinen Point Loma Marina und freuen uns sehr, dass ein «Plätzchen» für unsere Dada Tux gefunden werden konnte. Dies ist nicht selbstverständlich um diese Jahreszeit, sind doch die meisten Dauermieter zurück aus dem Süden. Ebenso treffen wir auf einige bekannte Gesichter von unserem Aufenthalt im November Dezember letzten Jahres, so Daniel, der eine Hunter im Hafen liegen hat, John und Susan die ebenfalls wieder zurück aus Mexiko sind.



Es wird ein Gesamtgutachten für die Dada Tux in Auftrag gegeben, der Termin ist für den 6. Juni geplant. Seit 220 Tagen sind wir im Besitze eines Kaufvertrages, abgeschlossen in San Francisco. Alles wird sortiert, die persönlichen Gegenstände aus dem Schiff genommen, geputzt …., eine vielschichtige zermürbende Angelegenheit. Ab dem 1. Juni «wohnen» wir für 14 Tage in einem Airbnb in Marina Nähe, dann ziehen wir um ins Quartier Little Italy näher beim Zentrum. Eine anmächelige Gegend, von wo wir mit dem ÖV, den Fahrrädern und zu Fuss (fast) überall hinkommen. Der einzige Nachteil: die Flugzeuge fliegen hier rund um die Uhr kaum 50 m über unsere Köpfe hinweg.

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Juni
18


Einige Wochen verbringen wir im tropischen La Cruz de Huanacaxtle in der Bahia las Banderas. In der Nacht kühlt es (zum Glück für mich) ab, tagsüber ist das feuchtheisse Klima nicht jedermanns Sache.


Am 3. Mai ist das Dorffest von La Cruz de Huanacaxtle. 10 Tage wird gefeiert, der letzte Tag ist die Krönung des Festes mit eindrücklichen indigenen Tänzen, Reiter die einem Umzug dem Strand entlang reiten und sich auf dem Hauptplatz versammeln. Jung und alt nimmt an den Festivitäten teil, verköstigt sich an den traditionellen Ständen.

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Apr.
13

Wir freuen uns auf die immer noch recht starken Nordwinde, denn von nun an geht es südwärts. Die erste wieder südwärts gehende Etappe geht von Santa Rosalìa bis Topolabampo, eine Strecke von gut 210 NM. Diese Distanzen lieben wir nicht sonderlich. Wenn immer möglich wollen wir bei Tageslicht ankommen. Da der Wind nie ganz genau berechnet werden kann und so ebenfalls nicht die Segelgeschwindigkeit berechnen wir in der Regel grosszügig. Wir lassen die Leinen um 03:00 los. Es wird eine schnelle Fahrt mit einem Etmal von170 NM trotz Reff 2 und gereffter Genua. Die Kreuzsee und die kurzen Wellenperioden sind unangenehm. Die Einfahrt nach Topolobampo ist eine etwa 8 NM ausgebaggerte Seestrasse und wir machen die Dada Tux im Hafen fest. Die Marina Palmira ist vorwiegend von einheimischen Motoryachten belegt. Mit uns liegen 3 «fremde» Segelschiffe im Hafen; die beiden anderen Paare segeln im Winter in dieser Gegend umher und im Sommer sind sie mit einem WoMo (Wohnmobil) in den USA und Kanada unterwegs.




Von Los Mochis, dem nächsten Ort, fährt der fast Welt bekannte Zug «Chepe» nach Chihuahua (Ferrocarril Chihuahua Pacifico). Oft sind Reservationen im voraus nötig. Auch wir erhalten nicht am gewünschten Tag ein Billett sind jedoch mit der Anfahrt am Montag und Rückreise am folgenden Sonntag zufrieden. Unsere Reise soll bis Creel gehen etwa 350 km von Los Mochis entfernt, einer der grössten Orte in der Hochlandregion der Kupferschlucht. Von dort sind geführte oder auf eigene Faust, Ausflüge, zu Fuss, zu Pferd, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto möglich, Flüsse, Schluchten, Wasserfälle können bewundert werden. Das Gebiet ist 4x grösser als der Gran Canyon in Arizona. Gerne wollen wir über die Raràmuris, welche in der Sierra de Tarahumara angesiedelt sind mehr erfahren.

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März
09

Einkaufen ist angesagt nach Wochen karger Möglichkeiten. In Loreto, der nächstgelegenen Stadt von Puerto Escondido, gut 20 km entfernt, gibt es gute Möglichkeiten. Wir mieten für 2 Tage ein Auto und los geht’s, dem Meer entlang nordwärts. Loreto ist, obwohl sie Teil ihres Charmes bei behalten hat, ein Ort, wo US Amerikaner und Kanadier sich ihren Lebensabend oder mindestens den Winter verbringen. (Das Überwintern von US Amerikanern und Kanadier ist übrigens charakteristisch für die gesamte Halbinsel, sei es per Boot, mit dem WoMo oder in einem eigenen Ferienhaus). Jesuiten gründeten im 17. Jahrhundert einige Missionen, so auch eine der ersten in Loreto. Loreto besitzt heute einen internationalen Flughafen und lebt hauptsächlich vom Tourismus.




Beim flanieren durch die Stadt entdecken wir einen Bioladen wo wir einiges zu Schweizerpreisen einkaufen, d.h. für «normale» Mexikaner nicht erschwinglich. Die Altstadt überrascht uns mit einigen hübschen Ecken. Wir finden ein einfaches Restaurant mit Innenhof und trinken einen aussergewöhnlich leckeren Dattelmilchdrink. Die Datteln sind regional. Auf dem Rückweg zweigen wir ab und besuchen in San Javier eine weitere Missionskirche. Der Weg führt Berg auf über kurvige Strassen mit herrlichen Blicken übers Meer und verschiedene (leider ausgetrocknete) Bachbeete. Der Ort ist klein, einige Familien leben vorwiegend vom Tourismus, es gedeiht etwas Obst, Bohnen, Karotten, die sie zur Selbstversorgung pflanzen. Juan zeigt uns die über 300 Jahre alten Olivenbäume mit ihren knorrigen Stämmen. Es sei sehr schwer, sagt er, seit Corona kommen kaum Touristen. Er verdiene seinen Lebensunterhalt mit Führungen durch die Olivenplantagen. Im Ort kaufen wir im kleinen «Tante Emma» Laden ein Süssgebäck. Dieses erweist sich so alt und trocken, dass wir es entsorgen. Dies würde die Aussage des Führers bestätigen. Wir hoffen für sie, dass sich die Situation bald ändert, der Ort ist wunderschön und auch, dass es diesen Sommer nach 3-4 Jahren Regen losen Jahren wieder regnet.

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Feb.
04

Am 15. Dezember passieren wir die US/Mexikanische Grenze und klarieren, wie die meisten vom Norden kommenden Boote, in Ensenada ein. Die Marinas sind für die Einklarierungsmassnahmen spezialisiert und leisten Hilfe. Natürlich ist dies im Hafenpreis inbegriffen der für unser Boot pro Nacht gut 100 US$ beträgt. Bevor wir von Bord gehen dürfen werden wir von der «Gesundheitsbehörde» empfangen. Die Temperatur wird gemessen, die Covidimpfausweise kontrolliert, der Gesundheitszustand abgefragt. Wir erhalten ein «Dokument» mit dem wir uns frei bewegen können um am anderen Morgen alle übrigen notwendigen Schritte zu unternehmen, d.h. bei der Marina mit unseren Schiffsdokumenten, Pässen anmelden und bezahlen. Dann werden wir in ein Büro geschleust wo es von der Marina angestellte Helfer gibt die alle notwendigen Papiere für die Einwanderungsbehörde zusammenstellen, kopieren etc. und uns anschliessend zu den Behörden (es befinden sich alle 4 im selben Gebäude) chauffieren.



Glück haben wir mit dem Nachweis des Versicherungsschutzes. Obwohl dieser nebst anderen Sprachen auf spanisch geschrieben ist muss für die Mexikaner ausdrücklich ersichtlich sein, dass die Versicherung in Mexiko gültig ist. Mit Hansueli`s guten Internetrecherchen Kenntnissen findet er eine Dokument zu unserer Versicherung wo garantiert wird, dass unsere Versicherung Welt weit gilt. So kommen wir darum herum eine zusätzliche «Mexiko» Versicherung abzuschliessen wie dies einem uns bekannten Schweizerboot passiert.

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Dez.
06

Gute drei Wochen liegt die Dada Tux gut vertäut in der Emerycove Marina. Wir sind sehr wohl hier, eingebettet zwischen live a bord Motoryachten mit Eric und Lisa auf der einen Seite, Geli (Angelika) und Rich auf der anderen Seite. Vor unserer Ankunft in San Fransisco versuchen wir in diversen Marinas Downtown einen Liegeplatz zu reservieren, da ist jedoch auf Grund der Fleet weeks entweder alles voll oder dann zu teuer (teilweise über 200 US$ pro Nacht). Wie das so ist im Leben und Seglerleben lernen wir in Port Townsend kurz ein Paar kennen, das im Richmond Yacht Club aktiv ist und werden ermuntert uns dort zu erkundigen. Die Möglichkeiten von dort mit dem ÖV irgend wohin zu gelangen sind sehr gering und anscheinend muss zudem zuerst eine recht gefährliche (Überfälle) Strecke bewältigt werden. Danny, der Hafenmeister, empfiehlt uns deshalb Emerycove in Emeryville, mit der Hafenmeisterin Diane. Wir sind sogar an einem Oktoberfest auf Steg G mit Weisswurst, Kartoffelsalat und Bier bei Eva (deutsch jedoch seit 50 Jahren in den USA lebend) eingeladen.



Die Suche nach einem Mechaniker für unser «Kühlwasserproblem» trägt nach einigen erfolglosen Versuchen jemanden zu finden, Früchte. Eric «erbarmt» sich unser (er arbeitet gerade an einer 64 Fuss Motoryacht uns gegenüber) und nimmt vorerst mit seinem Mitarbeiter Patrick einen Augenschein an unserem Volvo Penta Motor. Die «Diagnose» wird dann einige Tage später nach genauer Testung gestellt: ausgeleierte Seewasserpumpe. Das Gletscherwasser mit den darin vorhandenen Sedimenten sowohl in Patagonien wie auch in Alaska hat der Pumpe geschadet und sie ist ausgewaschen. Eine neue wird bestellt und nach Erhalt eingebaut, die Ventile kontrolliert und alles auf Herz und Nieren geprüft. Wir sind mehr als froh und um eine Erfahrung reicher.

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Okt.
17

«Tuuth», «tuuth»…. tönt es alle zwei Minuten an unsere Ohren, ja – die Nebelhörner der Gross- und Kleinschifffahrt sind fleissig. Die Strait of Juan de Fuca ist nicht zu unterschätzen und nicht grundlos gefürchtet, vor allem für westwärts fahrende Schiffe. Der Westwind baut vom Pazifik die Wellen auf und den Segler erwarten Meter hohe Wellen auch ohne Wind. Je nach Strömung verstärkt sich der Spuk.
Von Port Angeles möchte ich kurz etwas für mich nettes berichten: uns gegenüber liegen viele kleine Fischerboote. Ein Name fällt mir auf, spanisch: Si-està («Ja – es ist» oder «Siesta»), was so eine sinnige Doppeldeutigkeit hat und mir sehr gefällt. Das «Bötli» ist zum Fotoshooting leider nicht mehr am Steg.



Die meisten Segler, so auch wir, suchen ein Wetterfenster, welches keinen Wind bis Neah Bay – 53 NM (Eintritt in den offenen Pazifik) anzeigt. Auch so schaukeln wir ganz schön in der Gegend umher, mal mit viel Nebel, dann hellt es wieder auf so dass wir bis nach Kanada sehen, verläuft doch die Landesgrenze Kanada/USA nicht ganz mittig des Wassers. Tieffliegende Flugzeuge scheinen die Boote zu kontrollieren. Neah Bay ist ein sicherer Ankerplatz um danach das Cape Flattery bei guten Bedingungen zu umrunden und endgültig auf den offenen Pazifik hinaus zu segeln. Trotz dichtem Nebel entschliessen wir uns unter Radar weiter zu segeln und uns an unsere ersten Nachtfahrt nach fast einem Jahr zu wagen.



Der meist achterliche Wind ist angenehm. Wir setzen unser Leichtwindsegel, den Parasailor, mit Spibaum. Zusammen mit der ungefähr 0,5 bis 1 kn Strömung segeln wir bei leichten Winden und ruhiger See südwärts. Mal scheinen die Sterne und die Milchstrasse über uns, kurze Zeit später sind wir im dichten Nebel und sehen, manchmal hören wir, knapp an uns vorbeifahrende Schiffe nur im Radar oder/und dem AIS. Der Nebel wird unser ständiger Begleiter sein, mal hinter, mal vor, mal über uns, mal rundherum, mal dichter, manchmal ebenfalls abwesend. Wir werden immer wieder begleitet von Walen und/oder Porpoises, ebenso fliegen die ersten Pelikane seit langem wieder um uns herum; immer ein Geschenk.

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Aug.
28

Nach 15 Nächten fliegen wir von der Dominikanischen Republik über Boston nach Seattle. Für 02:45 bestellen wir das Taxi in Boca Chica, der Flug soll um 05:01 starten. Die nötigen Dokumente für die Ausreise, resp. Einreise, inklusive Covid Test sind entweder ausgedruckt und/oder als QR Code auf dem Handy gespeichert. In Boston kommen wir ohne Probleme und ohne Warteschlangen zu unserem erneuten Visum für 6 Monate.

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Juni
21

Seit Mitte Oktober 2020 (Helen) und seit Mitte Dezember 2020 (Hansueli) sind wir in unserer von Freunden gemieteten kleinen möbilierten Einliegerwohnung in Uitikon Waldegg. Schön gelegen, hell mit Garten rundum, am Hausberg Zürichs, dem Uetliberg, mit Postauto oder der Uetlibergbahn in gut 10 Minuten mitten in der Stadt. Wir haben nichts zu klagen sind Mitte April 2 x geimpft. Nur wir können vom Schengen Raum nicht direkt in die USA zurück.

Gegen Ende Mai verbringen wir einige Tage in Deutschland mit unserer Familie die wir seit 2 Jahren nicht mehr gesehen haben und besuchen unsere Freundin Moni. Wir entscheiden uns über ein Drittland in die USA zu reisen und fliegen am 7. Juni 2021 mit Iberia über Madrid in die Dominikanische Republik nach Santo Domingo. Im Gepäck ist alles dabei für die Dada Tux, ein Reiseführer der DR und zusätzliche leichte Kleidung. In Boca Chica, in der Nähe vom Flughafen Santo Domingo buchen wir für 15 Nächte ein Hotel mit Frühstück. So wird es möglich sein am 22. Juni in die USA zu fliegen.

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Mai
10

Ein paar Bilder aus verschiedenen Regionen der Schweiz.

Die kleinen Bilder sind nur eine Vorschau. Mit einem Mausclick auf ein Bild öffnet sich eine grössere Version.























Dez.
29

 

Okt.
13

Etwas über 650 NM und 16 mal ankern, so lange dauert unsere Reise gemäss Planung von Ketchikan (Alaska) durch das kanadische Gebiet (British Colombia) bis Bellingham (Washington), wo wir die Dada Tux überwintern. Aus den 16 geplanten Tagen werden es 23 bis nach Bellingham. Einerseits wegen Schlechtwetter anderseits ob der unerwarteten nicht so angenehmen Überraschung welche uns beim Eintreten in den Staat Washington erwartet.



Die Strömungen zu berechnen, den idealen Zeitpunkt für die Tagesetappe zu finden ist eine Herausforderung. Nicht nur dass bei längeren Abschnitten die Tide kehrt, aus jedem Seitenarm fliessen für mich nicht immer logische Gegenströmungen. Meistens heisst das für uns sobald es ein wenig «hellet» Anker auf und weiter.

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Sep.
23

Von Cordova starten wir über den Golf von Alaska, rund 400 NM Wir rechnen mit 3-4 Tagen. Kaum Wind ist angesagt für die nächsten Tage und trotzdem wollen wir weiter. In nächster Zeit (10 Tage) zieht ein Tief nach dem anderen mit viel Ostwind und hohem Wellengang heran. So ziehen wir es vor, wie auch die SY Aloha und SY Korvessa diese Strecke mehrheitlich mit Motorunterstützung zu «segeln». Der Alaskastrom beschert uns zu dem mit Gegenströmung von 0,5 bis 2,5 kn. Um in den Golf einzutreten müssen wir vorerst die Insel Hinchinbrook umrunden, was einem «Umweg» von ca. 50 NM entspricht. Möglichst genaue Gezeitenberechnung ist gefragt. Unterwegs erhalten wir Besuch von Schweinswalen, welche uns begleiten.



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Aug.
09

Während unserer Landreise gibt es einen Tsunamialarm in Seward Harbour. Die Menschen begeben sich in Sicherheit in höhere Regionen. Auch an die unbewohnte Dada Tux wird geklopft. Zum Glück ist nichts passiert und es kommen weder Menschen noch Schiffe zu schaden. Wir sind froh finden wir unser Segelboot vertäut wie vor der Reise.



Unser nächstes Ziel ist der Prince William Sound, zum Golf von Alaska gehörend. Dicht bewaldet mit tiefen Fjordeinschnitten, unzähligen kleinen geschützten malerischen Buchten, von starker Strömung geprägten Engstellen und von unzähligen Gletschern oft bis ans Meer ragend, präsentiert er sich. Wunderschöne Ankerplätze oft mit Wandermöglichkeiten finden wir in unserem Segelführer. Das Land angrenzend an einige Buchten gehört Ureinwohner und darf nur mit einer Bewilligung betreten werden. Uns ist es ein Rätsel wo man sich dann jeweils eine Bewilligung einholen kann. Nie sehen wir ein menschliches Wesen. Die teilweise engen Passagen müssen gut mit den Gezeiten koordiniert werden. Vorbei am Pugetgletscher und -Bay und dem Port Banbridge treten wir in den Sound. Eine pittoreske Fahrt liegt hinter uns und wir steuern die Fox Farm Cove, unseren ersten Ankerplatz an. Die Strömung ist uns günstig gesinnt und so lassen wir uns durch die Prinz of Wale Passage einige Seemeilen weiter ziehen, entscheiden uns für die Iktua Cove. Das erste Mal sehen wir die Lachse springen. Sie drehen ihre Pirouetten, Schrauben, «Bäuchler» teilweise in Gruppen, springen einmal, zweimal, dreimal, schwimmen wieder ein Stück Fluss aufwärts. Nicht weit entfernt auf dem AIS sichtbar ankert die SY Korvessa. Seit Honolulu begegnen wir uns immer wieder. Über Funk tauschen wir Informationen aus und wünschen «fair winds»

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Juli
28



Kurzfristig ändern wir unsern Plan vom Prinz William Sound aus einen Landausflug zu unternehmen und beginnen unsere Landreise in Seward. Bei Regen und verhangenem Exitgletscher, dem Wahrzeichen von Seward, verlassen wir den Ort in Richtung Anchorage. Unsere Fahrt führt vorbei am Turnagain Meerarm wo je nach Flut oder Ebbenstand riesige Sandbänke zwischen Wasserrinnsalen und Felsen zu sehen sind. Am «Belugapoint», einem trichterartigen Durchgang, wo der Gezeitenhub bis 8 Meter betragen, es brodelt und hohe Wellen werfen kann, freuen wir uns die bei einlaufender Tide angekündigten Orcas, Belugas und Lachse zu sehen. Leider sind wir zur falschen Zeit am falschen Ort. Anchorage ist die Einwohner mässig mit gut 300000 grösste Stadt Alaskas. In den 1970 Jahren galt sie als wichtiger «Knotenpunkt der Welt», da die Flugzeuge zwischen landeten um auf zu tanken. Anchorage entstand um die Jahrhundertwende auf Grund dem von der US Regierung beschlossenen Bau der Eisenbahnlinie von Seward nach Fairbanks. Das dort entdeckte Gold war ausschlaggebend.



Im Anchorage Museum bewundern wir Können und Tradition der indigenen Völker Alaskas. Sie gehören sehr verschiedenen Kulturen an und es gibt grosse Unterschiede in ihren religiösen und kulturellen Eigenheiten. Seit 1995 sind die Gebiete in 13 Alaska Native Regional Corporations (Gebietskörperschaften) eingeteilt. Sie haben teilweise andere Rechte wie die übrigen USA Indianer, so z.B ist es ihnen erlaubt Wale für den Eigenbedarf zu töten. Eine zeitgenössische Bild-Ausstellung vorwiegend indigener KünstlerInnen zeigt die Verarbeitung ihrer Geschichte in eindrücklicher Art und Weise.

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Juli
27

Alaska ist seit 1959 der 49. Bundesstaat der USA. 1867 erwarb USA das Land vom Russischen Kaiserreich. Eine vielseitige interessante Gegend nicht nur von Fauna und Flora, bewohnt seit vermuteten 36000 Jahren von den Ureinwohnern. Russen und Europäer sind ab dem 17. Jahrhundert auf der Suche nach Pelzen, Kupfer- Gold- und Ölvorkommen. Die Suche um einen Durchgang durch die Nordwestpassage begann schon bald nach 1500 im Auftrag des französischen Königs. Vielen bekannt ist das tragische Schicksal von John Franklin 1845. Der Durchbruch gelang dem Norweger Roald Amundsen 1903-1906.

Kodiak eine der vielen Inseln Alaskas.

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Juli
27

Am 2. Juni, nach 83 Tagen Honolulu, verlassen wir den Hawaii Yacht Club. Der Abschied verläuft etwas anders als Covid-19 konform, sehr herzlich und spontan. Besonders berührt mich Brian`s Riesenmuschel Abschiedsmusik.


Unsere übliche Kontrollliste ist abgehakt. Zwei Tage später werden wir eines Besseren belehrt. Beim Ausreffen mit Motorunterstützung ertönt der zusätzlich eingebaute Überhitzungsalarm des Auspuffs. Der Seewasserfilter ist verstopft. Was ist passiert? Kurz vor unserer Abreise lassen wir das Unterwasser von Eric reinigen, kontrollieren jedoch vor der Reinigung alle Filter. Und so haben sich Teile von der Unterwasserreinigung im Filter verhangen und lassen das Seewasser nicht mehr durch. Für Hansueli fängt das «Mechen» an. Der Impeller ist in der Zwischenzeit seine Flügel los, Teile davon haben sich im Wasseraustauschbehälter verfangen. Nach wiederholtem aus- und einbauen der diversen Schläuche und sonstigen Teilen saugt der Motor Meerwasser an. Durch das diverse Abschrauben und wieder anschrauben des Schlauches zwischen dem Seewasserfilter und dem Getriebe erhält dieser jedoch eine leicht lecke Stelle. In Kodiak wird der Schlauch ersetzt.

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Mai
24

Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und seit 1959 der 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Sie ist benannt nach der grössten Insel des Archipels, die inoffiziell auch Big Island heisst. Die Inselgruppe gehört zum polynesischen Kulturraum, bildet die nördliche Spitze des sogenannten polynesischen Dreiecks und wird zu den Südseeinseln gezählt.
Unsere Segelführer, Noodle's Notes von Bill Leary und Cruising Guide to the Hawaiian Islands von Carolyn and Bob Mehaffy sowie der «Landreiseführer» erzählen von herausforderndem Inselsegeln, geschichtlich wie landschaftlich sehr reizvollen und interessanten Orten. Die Feuer- und Vulkangöttin «Madame Pele» hätten wir gerne eingeladen, ebenso interessieren uns die verschiedenen Ethnien und die unterschiedlichen Traditionen auf den Inseln.



Vielleicht ein etwas gewagter Vergleich mit wenig Eigenerfahrung: mich erinnern die Hawaii Inseln ein wenig an die Kanarischen Inseln.

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Apr.
26

Hier sind wir nun, auf einer der Trauminseln Hawaiis, vermutlich am bekanntesten Touristenort der hawaiischen Inseln und Hauptort, einklariert, von den Behörden kontrolliert, mit einem Visum für 6 Monate und einem Transit Permit für die Dada Tux für 12 Monate versehen. Es fehlt der Empfang von Blumen bekränzten und in meiner Vorstellung von mit bunten Baströcken versehen tanzenden hawaiianischen «Schönheiten». Wie stark wir doch von Werbung beeinflusst werden, trotz dem Versuch dies zu minimieren.

Wellenreiten, resp. das Surfbrett, hat die Inseln weltweit bekannt gemacht. Es galt als fester spiritueller und kultureller Bestandteil polinesischen Ursprungs. Duke Kahanamoku Paoa Kahinu Mokoe Hulikohola Kahanamoku, auch The Big Kahuna genannt, war dreimal Schwimm-Olympiasieger und gilt allgemein als Begründer des modernen Wellenreitens. Hatten die Missionare von Hawaiʻi einst das Wellenreiten als verdammenswerten Müssiggang verboten, wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kahanamoku wiederentdeckt und weltweit populär gemacht.

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März
29

Honolulu – als kleines Mädchen war für mich (und für andere Kinder in meinem Umfeld) Honolulu ein imaginärer Name, nicht existierend. Man sprach ihn aus, wenn man genug von irgend etwas hatte, zornig, enttäuscht… war.

Es gibt sie wirklich, die Stadt Honolulu auf der Insel Oahu in Hawaii wo wir nach unserer bisher längsten Überfahrt anlegen.

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März
28

Zurück von den Galapagos steigen wir für knapp 3 Wochen in ein Mietauto. Wiederum durch Salsareisen buchen wir eine auf uns zugeschnittene Tour. Wir verzichten auf die Dschungel- und die Küstenausflüge (in Brasilien waren wir in Manaus und in einer Dschungellodge und die Küste kennen wir (so denken wir jedenfalls von der Dada Tux) aus. Das Programm ist voll und die Eindrücke für mich (fast) zu viel.

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Jan.
29

Erste Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse

Ecuador, das Land des Äquators, resp. da wo die Franzosen im 18. Jahrhundert auf Grund der optimalen Landmarken die Äquatorlinie bestimmt haben. Sie trennt die Nord- von der Südhalbkugel. Wir passieren sie während unserer See- und Landreise innerhalb Ecuador 4 Mal plus 1 Mal auf der Atlantik Überquerung Kap VerdeBrasilien. Für SeglerInnen ist es ein Muss dem Neptun gebührend zu huldigen. Beim Verlassen Ecuadors mit der Dada Tux Richtung Hawaii werden wir Neptun erneut etwas Gutes opfern.




Puerto Lucia in La Libertad, die Marina wo wir nun am Steg liegen, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ein Resort mit Restaurant, Schwimm- und Tennisanlage, sowie einigen Wohnungskomplexen gehören dazu. Die zwei Stege, wo die Boote festmachen, sind schlecht unterhalten. Unser Steg hat eine starke Krängung und wir «eiern» umher oft mehr als auf hoher See. Mit 9 Leinen ist die Dada Tux festgebunden, zwei Leinen sind schon durch gescheuert, die anderen haben innert kurzer Zeit lange Bärte. Es hat Öl im Wasser, das jedoch nicht durch auslaufendes Öl kommt, sondern direkt aus dem Meeresboden. Das verschmiert die Leinen zusätzlich und das Wasser sieht unapetitlich aus. Als kleine Entschädigung schauen oft Schildkröten aus dem Wasser und treiben um die Boote. Pelikane und Fregattavögel erfreuen uns mit ihren Flugkünsten.

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Dez.
22

Es ist Zeit Valdivia (Chile) zu verlassen und neue Regionen zu erkunden.


Chronik einer Reise die etwas anders als erwartet verläuft

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Okt.
27

Die Dada Tux erwartet uns Anfang September wohlbehalten am Steg. Alles Gepäck wird verstaut; wir sind noch immer frohen Mutes, dass wir bald auswassern können, die Arbeiten des Antifoulings, des Propellerservices und der Wechsel der Anoden eine Kleinigkeit ist. Beim Nachfragen erfahren und sehen wir, dass das Holzboot, welches ursprünglich für 10 Tage an Land wollte, nun nach über 3 Monaten immer noch nicht Wasser tauglich ist. Mindestens mit Mitte Oktober müssen wir rechnen, so wird uns gesagt.




Kurz entschlossen entscheiden wir per Flugzeug und Bus die Atacamawüste und einige andere «berühmte» Orte dieser Region zu besuchen. Hansueli bucht im voraus Busse und Hotels, so dass wir «ruhiger» los können (vor allem ich). Von Valdivia fliegen wir einige Tage später nach Antofagasta, einer der wichtigen Kupfer- und Silberminenstädte, gegründet 1868. Salpeterreichtum war in grossen Mengen vorhanden und wurde von ungefähr 1872 bis Ende des ersten Weltkrieges abgebaut. Die Stadt gehörte einst zu Bolivien, fiel jedoch nach dem Salpeterkrieg an Chile. Noch heute wickelt Bolivien einen Teil seines Seehandels in Antofagasta ab. Die erste Eisenbahnstrecke (1876) in die Wüste wurde gebaut unter englischer Federführung. Überbleibsel dieser Zeit, sind z.B. die alten Bahnhof- und Zollgebäude. Es gibt einen «Torre de Reloj» (Big Ben), eine Casa Gibbs in Mitten zweier Hauptstrassen. In Wandmalereien wird das Leben um 1900 originell dargestellt. Das Museo de Antofagasta «erzählt» anschaulich die vielseitige Geschichte dieses Ortes.

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Okt.
25

Die Dada Tux liegt sicher vertäut in der Marina Estancilla in Valdiva, an einem Flusslauf etwa im ersten Süddrittel von Chile. Die gefürchteten Nordstürme werden vom Wald über die Masten hinweg geleitet. Das Personal ist zuverlässig und hilfsbereit, die Marina ist 24 Stunden besetzt. Ein sicherer Ort für das Schiff. So können wir ruhig dem nassen und kalten Winter entrinnen.

Ein aussergewöhnlich langer und schön Wetter Sommer erwartet uns sowohl in Deutschland wie auch in der Schweiz. Wir geniessen ihn in vollen Zügen nicht nur des Wetters wegen. Die obligaten Kontrollen bei Ärzten, Steuerberatung, Versicherungen etc. verlaufen ohne grosse Überraschungen. Diese Aufgabe haken wir jeweils gleich zu Beginn ab. Ersatz- und sonstiges Material für die Dada Tux werden geliefert und machen, dass wir mit doppeltem Gepäck nach Valdivia zurück reisen. Das beantragte Visum für die USA (B1/B2 gültig 10 Jahre) erhalten wir mit einigem Aufwand. Zuerst mit recherchieren, dann Internet Antrag bis zum Termin in der Botschaft in Bern für das Interview.

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Juni
08

Gemeinsam mit zwei anderen SY verlassen wir Puerto Montt um nach Valdivia zu gelangen, wo die Dada Tux über den südlichen Winter bleibt.


Genau berechnen müssen wir die Durchfahrt des Canal Chacao, fliesst doch der Strom bei Springzeit um die 9 kn und wir haben Vollmond. Jedoch schon die erste „Reise“ zum Ankerplatz nach Puerto Abtao gilt es gut zu berechnen. Alle drei SY trudeln ungefähr zur gleichen Zeit ein und bei einem Apéro auf der Dada Tux spinnen wir etwas Seemannsgarn. Gegen Mittag anderntags lichten wir den Anker und begeben uns in die „Höhle des Löwen“. Wir sind neugierig wie sich die angesagten etwas über 9 kn Strömung auswirken. Wind ist nicht angesagt. Er kommt dann jedoch doch mit 2-3 Bf aus der Gegenrichtung, also nicht aus der gewünschten Richtung und „prüft“ unsere Tüchtigkeit (Schiff und Crew). Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 14.3 kn und brodelndem Wasser rund um uns passieren wir die heikelste Stelle. Es ist sehr eindrücklich was für eine Gewalt Wasserkraft durch enge Stellen haben kann. In den Sinn kommt mir dazu Schottland, Corryvreckan, den wir bei unseren diversen Schottlandreisen gemieden haben.

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Mai
30

In Puerto Montt angekommen mieten wir für gut 2 ½ Wochen ein Auto. Dies ist nicht ganz einfach weil das Überqueren der Grenze mit einem Mietauto so seine Tücken hat, teuer ist und es muss 7 Tage vor Übernahme des Autos bestellt werden. Wir bestellen kurz vor Ostern und weil wir unterwegs keinen Internetempfang hatten sind wir einen Tag zu spät mit dem Übermitteln der Pass- und Führerscheinkopien. Bestätigt bekamen wir das gewünschte Datum als Abholtermin für das Auto auf dem Flughafen, das nötige Dokument für die Grenzüberquerung jedoch einen Tag später. Auch nach einem längeren Telefongespräch gibt es keine Möglichkeit das Mietdatum einen Tag nach hinten zu schieben, was möglich ist, ist einen Tag die Automiete zu verlängern.



So wählen wir für den ersten Tag die Seen Region etwas nördlich von Puerto Montt, erkunden den Lago Llanquihue und den Lago Todos los Santos, vorbei an üppigen Alerce, Roble-, Arrayanes-, Lorbeer- und Rauliwäldern. Es befinden sich ebenfalls vier Vulkane in dieser Region, einer davon ist der königliche Osorno. Eine lohnenswerte Fahrt, wo sich im Winter die alpinen Sportler einfinden, wie an anderen Orten in dieser Gegend, sowohl auf chilenischer wie auch auf argentinischer Seite. Der Himmel ist verhangen doch ab und zu klart es oberhalb des Nebelmeeres auf. In dieser Gegend liessen sich ab dem neunzehnten Jahrhundert viele Deutsche nieder. Der Ort Puerto Octay ist einer der ersten deutschen Siedlungen von Wichtigkeit. Heute hat der Ort seinen Glanz verloren, neue Verkehrswege lassen das Dorf aussen vor. Der Parque Nacional Vicente Pérez Rosales, zu dem die Seen Region gehört, wird 1926 zum ersten Nationalpark Chiles ernannt und wird mit dem Yosemite Nationalpark verglichen. Dieser „zusätzliche“ Tag freut uns (im nach hinein) und auf dem Rückweg holen wir im Flughafen die Papiere für die diversen Grenzüberschreitung ab.

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Mai
26

Zeitraum


Anfang November 2018 ab Piriapolis (Uruguay) bis Anfang Dezember 2018 Ushuaia (Argentinien)

Ankunft Puerto Williams (Chile) 23.1.2019, Kap Hoorn, Puerto Williams (Start 10.2.2019), Beagle Kanal, Brazo Noroeste, Canal Ballenero, Kanal Cockburn, Kanal Acwalisnan, Magellanstrasse, Kanal Smyth, Kanal Sarmiento, Kanal Inocentes, Kanal Concepcion, Kanal Wide, Kanal Grappler, Paso del Indio, Puerto Eden, Seno Iceberg, Kanal Messier, Golfo de Penas, Bahia Anna Pink, Kanal Pulluche, Kanal Chacabuco, Estero Elefantes, Bahia San Rafael, Canal Costa, Seno Aysén, Kanal Eràzuriz, Kanal Perez, Golfo de Guafo, Chiloé, Puerto Montt (Ankunft 19. April 2019)


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Apr.
30

Chacabuco über Chiloé nach Puerto Montt

Mit den erneuerten Visa wiederum für 90 Tage setzen wir unsere Reise ohne Zeitdruck fort und verlassen gemeinsam mit der deutschen SY Black Forest Chacabuco. Unseren Ankerplatz können wir nur mit berechneter Tide verlassen. Einige Untiefen sind sogar für die Dada Tux mit einem schwenkbaren Schwert zu gewissen Zeiten nicht passierbar.

Der Weg bis zur nächsten und letzten kleineren offenen Überfahrt nach der zweitgrössten Insel Südamerikas Chiloé, der „Boca del Guafo“, bringt uns zuerst nach Puerto Aguirre auf der kleinen Insel Las Huichoas. Beim Vorbereiten zum anlegen sehen wir im letzten Moment, dass wir auf einen kleinen Felsen zusteuern und nur die Geistesgegenwart von Hansueli mit einem Vollstopp rettet uns davor auf zu laufen. Mit Kuchen, Kaffee und Wein feiern wir zusammen mit Black Forest meinen Geburtstag.

Drei weitere Etappen stehen uns vor der „Boca de Guafo“ bevor und führen uns durch die nicht mehr so raue, leider mit vielen Fisch- und Muschelfarmen gespickte Gegend. Die Gezeitenströme sind sowohl bei der Fahrt sowie auch beim ankern nicht zu unterschätzen. Strom mit oder gegen uns bis zu 4 oder mehr Knoten sind schon ein Unterschied und vor Anker wird das Land, resp. das Wasser rund um das Boot bei Unterschieden zwischen Ebbe und Flut von 4-6 Metern mehr oder weniger. Die Landschaften sehen dann teilweise sehr unterschiedlich aus.


Chiloé und die kleinen Inseln zwischen dem Golfo de Corcovado, Golfo de Ancud und dem Festland, werden in der „Bibel“ (so wird der Nautical Guide für Patagonien und Tierra del Fuego von Mariolina Rolfo und Giogio Ardrizzi unter den meisten SeglerInnen genannt) als das schönste Segelrevier der Welt gepriesen. Landschaftlich lieblich mit grünen Weiden, sieht man Schafe, Kühe, einige Pferde und Ziegen.

Die hübsch geschwungen Hügelzüge erreichen kaum mehr als 800 Meter. Unzählige typische Holzkirchen von Chiloé lassen auf einen missionarischen Eifer schliessen.
Ein reger Fährverkehr besteht zwischen den einzelnen Inseln, oft werden diese jedoch nicht mehr als zwei Mal wöchentlich angelaufen und z.B. für 12 km direkte Linie benötigt das Kursschiff zwei Stunden.

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Apr.
12

Vier Segelboote in Puerto Edén, eine Seltenheit. Zwei Deutsche Yachten, Black Forest und St. Michel sowie zwei mit Schweizer Flagge, Kama* und Dada Tux. Puerto Edén ist nach einigen Wochen „Einsamkeit“ in den verwinkelten Kanälen, Inseln und Buchten von Patagonien die erste Siedlung welche wir anlaufen. 180 Einwohner, ein viel zu grosses Schulhaus, einige kleine Läden, eine Kirche, ein Fussgänger Holzsteg der um das ganze Dorf führt ein paar Fischerboote und nicht zuletzt gibt es hier ab und zu Internetempfang. Ein Mal pro Woche (am Sonntag) kommt ein Frachter von Puerto Montt, ankert vor der Bucht, bringt etwas frisches Obst und Gemüse, auf Bestellung andere Sachen. Der Ort ist idyllisch von vielen kleinen lieblichen Inseln umgeben. Fischer bringen verhältnismässig teuren Diesel in Kanistern an Bord.



Von Puerto Edén gilt es die Tide für die Angostura Inglesa richtig zu berechnen. Diese strömt mit einigen Knoten durch die enge Stelle. Für kurze Zeit, da die drei anderen Schiffe vor uns weiter reisen, sind wir alleine. Doch schon bald legt Threshold aus den USA neben uns an. Gemeinsam legen wir andern tags ab, ankern in der selben Bucht, besuchen gemeinsam den Seno Iceberg und ankern abends wiederum am selben Ort.



Der Seno Iceberg ist unsere erste Begegnung mit einem bis ans Wasser reichenden kalbenden Gletscher (Glaciar Tempanos). Auf Grund ungünstiger Wetter Verhälntissen können wir die vorgängig geplanten Gletscher nicht besuchen. Umso grösser ist unsere Freude, dass es diesmal klappt. Das Wetter zeigt sich von der guten Seite und mit fast Windstille tanzen uns die Eisstücke nicht allzu sehr um die Nase, resp. um den Bug. Farben und Formen des Gletschers sowie von dem schwimmenden Eis sind einzig artig und ein jedes ein Kunstwerk für sich.

Der Golfo de Peñas, ein offenes etwa 120 nm langes Stück im Pazifik, berüchtigt und gefürchtet wegen seiner Wellen, dem oftmals starken westlichen Winden, welche die Schiffe auf Legerwall treiben, rückt näher. Neben dem täglichen Abrufen der Wetterverhältnisse über das Satellitentelefon informieren wir uns beim Leuchtturmwärter vom Faro San Pedro. Mit raumem Wind und nicht zu hohen Wellen segeln wir die gesamte Strecke, tauchen bei der „Anna Pink“ wieder in die Inselwelt ein.



Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen verbringen wir einen Ruhetag in Puerto Millabu am Strand und klettern dem Wasserfall entlang hoch um über die eindrückliche Bucht zu schauen. Ein Entscheid liegt an: wollen wir den „Umweg“ über den Arm von Estéro Elefantes, Golfo Elefantes in die Laguna San Rafael wagen. Ventisquero San Rafael ist der weltweit einzige grosse Tidengewässer Gletscher der südlichen Halbkugel der sich so weit nördlich (46°S) befindet. Auf der Nordhalbkugel würde das ungefähr entsprechen wie wenn man am Lago Maggiore kalbende Gletscher bewundern könnte. Die Einzigartigkeit des Gletschers und die günstigen Wetterbedingungen erleichtern uns den Entscheid. Es gilt einige enge Stellen bezüglich der Tide gut zu berechnen, d.h. für uns wir nehmen den Anker bei Dunkelheit hoch und fahren die ersten Meilen mit Radar und unserem Track vom Vortag in die Finsternis. Bald beginnt die Dämmerung und wir gelangen als einziges Schiff (es hat oft Ausflugsboote) in die Laguna. Die Sonne zeigt sich, Delfine begleiten uns und wir geniessen die Schönheit dieses Ortes in vollen Zügen.

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März
17

Ushuaia verlassen wir Anfang Januar und segeln ostwärts nach Puerto Williams, dem Einklarierungshafen für Chile. Club Naval de Yates Micalvi (dem südlichsten Yachtclub der Welt) ist unser Ziel, nur ca. 25 nm von Ushuaia entfernt und legen im Päckchen mit 4 anderen Booten an. Micalvi ist ein auf Grund gesetztes Boot, woran man sich vertäut, der ehemaligen Aufenthaltsraumes des Schiffes bietet einen WiFi Spot, eine Bar (aktuell ausser Betrieb) und ist Treffpunkt der SeglerInnen aus aller Welt. Toiletten, Duschen und Stromanschlüsse sind in einem eher desolaten Zustand, da seit geraumer Zeit kein Unterhalt (gehört zur Armada) gemacht wird. Es fehlt zur Zeit ein „Hafenmeister“. Dies ändert jedoch nichts an seinem Charme. Lucipara2 (Holland) begrüsst uns und einige Tage später stösst Maramalda (Schweiz) dazu, beides SY die in der WhatsApp Patagoniengruppe sind und wir schon kennen.


Auf der Maramalda (einer sehr gepflegten HR 43) von Dani und Rita legen wir in Richtung Kap Hoorn ab. Nicht ohne vorher gemeinsam gut geplant, die Bewilligung eingeholt und das Wetter genau „studiert“ zu haben. Die Umrundung erfolgt von West nach Ost. Die chilenische Armada schreibt genau vor, wo man durch segeln darf – es sind doch erhebliche Einschränkungen -. Auf der Insel Lennox verbringen wir unsere erste Nacht mit einem französischen Boot als Nachbarn. Das Ankermanöver gelingt auf Anhieb, Landleinen sind keine gefragt. Tags darauf ankern wir in der mit Kelp stark „ausgeschmückten“ Bucht Maxwell, sicher mit zwei Landleinen durch Rita und Hansueli befestigt. Die Landschaft wird karger, steile nackte Felswände umgeben uns, dazu kommt der Schwell vom Pazifik.

Fata Morganas tricksen uns aus. Wir sehen von weitem bizarre Felsformationen, die sich etwas später in Luft auflösen. In der Caleta los Leones (Isla Hornos) ankern wir um mit dem Dinghi zum Kap Hoorn, die Holzstufen zum Leuchturm hinauf zu steigen, die Aussicht zu bewundern und uns im „Gästebuch“ ein zu tragen. Wind und Wetter zeigen sich ausnehmend freundlich, es entsteht kein „gruseliges“ Kap Hoorn Gefühl.

Ein Erlebnis ist es allemal und die diversen Stempel im Pass und eine Urkunde ausgestellt vom Kap Hoorn Wärter sind, nebst den persönlichen Eindrücken, eine eindrückliche Erinnerung. Nun sind doch stärkere Winde angesagt und wir beeilen uns den Rückweg unter die Segel zu nehmen. Einen Zwischenstopp gibt es noch in Puerto Toro (Insel Navarino), danach geht es zurück nach Puerto Williams. In vier Tagen umrunden wir zu viert Kap Hoorn.

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Jan.
20

Von den 17 Segelbooten unserer WhatsApp Patagoniengruppe sind am 24.12.2018 vier in Ushuaia, Paladin aus Frankreich, Pazzo aus den USA, Lucipara2 aus Holland und wir. Von einigen wissen wir, dass sie auf den Maladiven (Falkland) angekommen sind, andere scheinen noch unterwegs zu sein. Dabei sind Boote aus Frankreich, Dänemark, Deutschland, Italien, Südafrika, USA und der Schweiz.


Wie immer nimmt das sich Orientieren vor Ort einige Tage in Anspruch. Wir liegen im Päckchen an einem Boot mit amerikanischer Flagge, der Miteigner von la Pinta ist Italiener und der andere Argentinier. An uns ist Pazzo aus den USA festgemacht. Der Club Nautico und der Afasyn sind vor allem ein Mekka aus französischen Segelbooten. Sie bieten Charter in die Antarktis an und scheinen eine eingefleischt Gemeinschaft zu sein. Daneben gibt es einige Holländer.

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Dez.
27


Anfangs November lassen wir die Leinen in Piriapolis los. Unsere erste Etappe führt uns bis nach Mar del Plata, etwa 245 nm entfernt. Nach über zwei Monaten auf dem „Trockenen“ müssen unsere Seebeine zuerst wieder etwas wachsen.

Die Überfahrt verläuft problemlos mit moderaten achterlichen Winden wir kommen sicher im Yacht Club Argentino an, bleiben beim anlegen zwischen den zu krummen und engen Pfählen stecken und touchieren mit der einen Wante. Zum Glück ohne Schaden wie wir durch eine Mastkontrolle feststellen. Noch nicht einmal richtig vertäut stehen sieben Personen und ein Hund vor der Dada Tux. Es sind Leute von der Prefectura, dem Zoll und von der Immigration. Am nächsten Tag holen wir unsere Freundin Moni vom Flughafen ab und freuen uns sie dabei zu haben. Mit Guillermo, einem Kapitän auf einem Fischerboot freunden wir uns im Yachtclub an. Er gibt uns zahlreiche gute Tipps, führt uns mit seinem Auto überall hin und wir erfahren so einiges über Land, Leute und natürlich der Fischerei.


Die benötigten Landleinen sind leicht zu finden, alles andere wie gefütterte Gummistiefel, Kugelfender und das auffüllen unserer Gasflasche bleibt ein Wunsch. Die 15 Liter Motoröl „ergattern“ wir teuer im letzten Moment. Dafür können unsere Essensvorräte gut aufgestockt werden.

Der Superwind, unser Windgenerator, lädt nicht mehr und Hansueli ist wieder einmal mehr in Kontakt mit der Herstellungsfirma. Es scheint uns nichts anderes übrig zu bleiben als Ersatzteile nach Ushuaia kommen zu lassen in der Hoffnung, dass diese ankommen und wir das Problem lösen können. Zum Glück scheint oft die Sonne bei sehr angenehmen Temperaturen und unsere Solarpanele beliefern uns teilweise mit Strom, teilweise kommt er über den Motor den wir bei Flaute laufen lassen.

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Dez.
21

Um die „Wartezeit“ bis zur Weiterreise mit der Dada Tux „aus zu nützen“ beschliessen wir einige Tage im Landesinneren Argentiniens zu verbringen. „Acrux“ Stellar Destination, eine auf individuelle Reisen spezialisiertes Reisebüro in BA, stellt uns einen gut durchdachten und bestens organisierten Trip zusammen. Die Reise führt uns in die Provinzen Salta, Jujuy und Misiones. Salta und Jujuy werden vom südlichen Wendekreis durchzogen, grenzen an Bolivien und Chile. Die Mehrheit der Bevölkerung ist auch heute noch der indigenen Tradition verpflichtet.


Von BA fliegen wir nach Salta (der Abflug verzögert sich auf Grund eines weiteren Streiks der Argentinischen Fluggesellschaft um einen halben Tag). Wir beschliessen deshalb den „Memorial Park“, eine den Diktaturopfern gewidmete eindrückliche Anlage zu besuchen.

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Dez.
18

Früh morgens geht es in Piriapolis zu Busstation, von dort bis Montevideo und mit „Francisco“, nach dem aus BA stammenden Papst benannte Buquebusfähre nach Buenos Aires wo wir gegen 13.30 eintreffen, unserem ersten Aufenthalt für 4 Tage in Argentinien.


Omar, ein argentinischer Segler, den wir in Brasilien kennen gelernt haben, holt uns ab. Er gehört einem Segelverein an, der ausländischen Langfahrtseglern hilft, sich zurecht zu finden, auch bei den recht komplizierten Behördengängen (wenn man mit dem eigenen Boot hinkommt). Anscheinend gehört dazu ebenfalls eine sachkundige Stadtführung was wir sehr geniessen.

Eine Grossstadt erwartet uns mit einer gewaltigen „Geschichte“, stark, jedoch nicht nur, geprägt von Europäern.

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Dez.
06

Seit Ende August sind wir im Puerto Piriapolis und bleiben bis wir weiter nach Mar del Plata segeln.

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Sep.
29

Reisezeit vom 24. Mai (Recife) bis 21. August 2018 (Rio Grande do Sul)
Zurückgelegte Distanz:  2756 NM (5104 km)

Besuchte Bundesstaaten

Pernambuco, Bahia, Amazonas (mit Flugzeug), Espirito Santo, Rio de Janeiro, Sâo Paulo, Santa Catarina, Rio Grande do Sul

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Sep.
10

Paraty ist eine sehr malerisch am Meer gelegene Kolonialstadt und steht unter Denkmalschutz. Als Eigenheit zu erwähnen ist, dass erstmals die Strassen von Sklaven mit Kopfsteinpflaster auf Meereshöhe gebaut wurden um die Abwässer weg zu spülen. Bei Flut stehen deshalb einige Strassen unter Wasser. Während unseres Aufenthaltes finden die viel besuchten Literaturtage statt. Einzelne Lesungen sind auf französisch oder englisch, meistens jedoch auf portugiesisch. Wir nehmen den geschäftigen Betrieb in uns auf und schlendern durch den wirklich pittoresken Ort. Paraty ist ebenfalls bekannt durch sein Heilklima und die brasilianische (finanzielle) Oberschicht tummelt sich hier.

Die Marina de Engenho, wo die Dada Tux liegt, ist ein wunderschöner ruhiger Ort etwa 5 km ausserhalb der Stadt. Diese Marina gehört Amyr Klink, einem Brasilianer welcher mit seiner Aluminiumyacht von Pol zu Pol gesegelt ist und in Brasilien einer der grossen bekannten Segler ist. Manch einer besitzt hier eine (Segel)Yacht obwohl diese Gegend Wind arm ist. Oft wird ein Schiff als Zweit- oder Drittwohnung benutzt. Alex, ein Franzose, lebt z.B. seit 10 Jahren hier und verdient sich seinen Lebensunterhalt in dem er drei Segelboote hegt und pflegt. Er ist sehr hilfsbereit und gibt uns auf unsere diversen Fragen viele gute Tipps.


Unsere Fahrräder leisten gute Dienste, fast täglich radeln wir von der Marina in die Stadt und zurück. Das erste Mal auf unserer Reise haben wir Probleme mit den Geldautomaten, d.h. sie „spucken“ auf unseren Befehl kein Bargeld mit der Postcard aus. Auf Nachfrage in der Schweiz bekommen wir die Antwort, dass von ihrer Seite alles in Ordnung ist, dass es aber bekannt sei, dass es in Brasilien Probleme gibt. Dies hilft uns jedoch wenig haben jedoch momentan keine andere Möglichkeit als dies zur Kenntnis zu nehmen. So sind wir, auch wenn nicht mit Geld, so doch um eine Erfahrung reicher. Trotzdem sind wir nun Besitzer eines kleinen Zweitdinghis mit festem Boden um für die vorgesehene Reise Richtung Patagonien ausgerüstet zu sein.

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Aug.
01

Entlang unterschiedlicher Küsten wie die der Entdecker, der Wale, der Grünen Küste, des Kaffee`s

Ilhéus bis Paraty

Allgemein:

Ich möchte allen, welche Lust haben mit der Geschichte all dieser Orte vertrauter zu werden das Buch von Stefan Zweig „ein Land der Zukunft“, ein Reisebuch und eine Liebeserklärung an Brasilien (1940/41) empfehlen. Es ist ein Buch von hohem sprachlich-literarischem Wert und gibt einen wunderbaren auch geschichtlichen Abriss der meisten Gegenden, welche Hansueli und ich besuchen. Auch Jorge Amado (geboren in Ilhéus) beschreibt vor allem seine Heimatregion Bahia in realistischen Bildern vorwiegend des sozialen Lebens. Es gibt neuere sicher auch gute Literatur, ich habe einfach „Zweig“ und „Amado“ gelesen und bin begeistert. Es sprengt unseren Rahmen und ist ja nicht für alle gleich interessant, jeweils noch allzu viel Geschichte im Blog zu schreiben. Unser Blog soll vorwiegend unsere punktuellen Erlebnisse und Eindrücke wieder geben.


Es regnet seit gut 2 Tagen, die Sicht ist schlecht, es hat wenig Wind und so verschieben wir die geplante Abfahrt um einen Tag.
Von Ilhéus nach Coroa Vermelha geht unsere Reise. Die Strecke beträgt ca 120 sm. Wir gehen Anker auf gegen 14.00 und kommen am nächsten Tag an. Die Strecke entpuppt sich als eine Art „Katz und Mausspiel“; es regnet, keine 5 Minuten später scheint die Sonne, es hat Wind zum segeln, wir setzen entsprechend Segel, kaum erledigt ändert der Wind seine Richtung und/ oder er schläft wieder ein. So heisst es für uns „fieren“, „dicht“ nehmen“, Genua einrollen, Genua ausrollen, Motor ein, Motor aus. Wir sind beschäftigt. Nicht zu unterschätzen sind die zahlreichen Fischerboote besonders nachts. Sie haben kein AIS oft auch keinen Radarreflektor. Mit ihren Lichtern erscheinen sie auf dem Meer wie Sterne am Himmel, am Horizont kaum zu unterscheiden und so sehe ich tatsächlich plötzlich 3 Fischerboote, wo vorher nur eines war (zwei davon sind Sterne). Es gilt in regelmässigen Abständen mit Fernglas und von Auge eine sorgfältige Rundumsicht zu machen. Der Vollmond scheint, dann verschwindet er hinter dunkeln Wolken. Auch er spielt „Katz und Maus“ mit uns.

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Juli
02

Recife - Salvador

3 ½ Tage brauchen wir für die 424 sm von Recife nach Salvador. Der Wind ist uns, wenn auch eher am Wind segeln, günstig gesinnt, bis kurz vor Salvador. Dort frischt er stark auf, es regnet, die Sicht ist schlecht (fast wie oft im englischen Kanal). Was uns erstaunt und wir in keinem von uns konsultierten Führer gefunden haben ist, dass wir während eines Grossteils der Strecke teilweise starke Strömung (gut 2 kn) gegen uns haben. Wir lesen, dass Pier Salvador, eine etwas nördlich des Zentrums gelegene Marina, ruhig und preiswert ist und Busse regelmässig ins Zentrum fahren. Es gilt vor der Einfahrt eine nur ein Meter tiefe Sandbank zu beachten. Wir legen mit viel Seitenwind an, touchieren ein kleineres Segelboot und verbiegen eine seiner Relingstangen. Das scheint jedoch überhaupt nichts zu machen trotz unserer Nachfrage wie wir den Schaden regeln können. Ein Mitarbeiter wird es reparieren und damit ist die Sache erledigt. Knapp hinter uns kommt ganz per Zufall ein weiteres Schweizersegelboot (September) an und so liegen wir dicht neben einander. Die Leute heissen uns willkommen, der Ort ist ruhig und idyllisch gelegen, das Internet schnell, das Wasser gut, die sanitären Einrichtungen und der Zustand der Stege jedoch etwas dürftig.


Da „Romlea“, eine holländische Segelyacht, welche ebenfalls nach Patagonien möchte, in der stadtnahen Marina liegt, beschliessen wir zu verlegen. Es ist „schwelliger“, jedoch alles ist viel zentraler gelegen. Die Dada Tux liegt vis à vis vom Elevador Lacerda. Das erlaubt uns von der Cidade Baixa in die Cidade Alta innerhalb sehr kurzer Distanz zu gehen.

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Mai
31

Es scheint unzählige beschriebene und unbeschriebene irdische Paradiese zu geben, es gilt nur sie zu sehen. An einem mit vielen Lorbeeren beschriebenen, Fernando de Noronha, fahren wir bewusst vorbei, da „nur“ Regen angesagt ist.


Kurz zurück zu unserer 14tägigen Überfahrt (als Ergänzung zu Hansueli`s täglichen Berichten). Wir starten fulminant in Mindelo, mit über 30 kn Wind und rechtem Wellengang. Dies dauert etwa einen Tag, danach (sehr) ruhiges Parasailorsegeln über Tage, in den „Rossbreiten“ motoren wir. Hansueli überlegt sich ein Meerbad zu nehmen, ich bin da weniger überzeugt. Schon bald setzen wir den Code 0, später die Genua und das Gross und segeln Richtung Recife.

Alles in allem eine ruhige Überfahrt mit zwischen durch intensiven seglerischen Tätigkeiten. Als Einstimmung auf den neuen Kontinent lese ich „Magellan“ von Stefan Zweig, eine in jeder Hinsicht sehr empfehlenswerte Lektüre (danke Christoph). Von Stefan Zweig existiert ebenfalls eine Liebeserklärung an sein für kurze Zeit gewähltes Exil „Brasilien“ ein Land der Zukunft.

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Mai
06

Von unserem Ankerplatz in Palmeira auf der kargen Insel Sal segeln wir direkt nach Mindelo, Sao Vicente. Dort befindet sich der einzige Hafen der Kapverden. Wie es sich schon eingespielt hat bei Distanzen welche knapp an einem Tag zu segeln sind, beschliessen wir gegen Abend los zu segeln um am anderen Tag sicher bei Tageslicht anzukommen. Auf einen Ankerstopp in Sao Nicolau und einen Besuch auf der Insel verzichten wir aus taktischen Überlegungen. Wir beschliessen nördlich der Inseln zu segeln. Die Fahrt erweist sich als ruppig, windig, wellig und zwischen den Inseln Santo Antao und Sao Vicente spüren wir den bekannten Düseneffekt und legen nochmals einen Zahn zu.


Die Marina Mindelo, ebenso wie das dazu gehörende Ankerfeld ist um diese Jahreszeit wenig besucht und wir finden einen (vermeintlich) sehr guten Liegeplatz und machen die Dada Tux fest. Der Wind bläst heftig mit ebensolchen Böen und wir schaukeln fast noch mehr als beim Segeln. Andern Tags verlegen wir. Geplant ist, dass ein Hafenmitarbeiter mit seinem Beiboot unsere vorbereiteten Bugleinen durch zwei Bojen zieht. Aus nicht geklärten Gründen schafft er das nicht und wir driften gegen das Nachbarboot. Dies beschert uns einige Kratzer am Rumpf, was sehr schmerzt. Das Nachbarboot, eine Ovni von Franzosen bleibt jedoch unbeschädigt und letztendlich liegen wir weniger „rupfend“ am Steg. Unser erster Landgang ist der korrekten Anmeldung gewidmet, zuerst in der Marina selbst, dann geht es zu den Behörden. Diese behalten wiederum unsere Schiffspapiere. Es verläuft jedoch alles problemlos. Zu unserer grossen Freude treffen wir auf Valentin von der Felba und ein befreundetes Paar. Wir lernten Valentin vor 2 Jahren auf Tazacorte, La Palma kennen. Bei „Kaffee und Kuchen“ sitzen wir plaudernd austauschend im schwimmenden Bar/Restaurant.

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März
17


Gegen Abend, nach 6 Tagen auf hoher See, kommen wir in Palmeira auf der Insel Sal, an. Die kapverdische Flagge, sowie die Q-Flagge (unter Quarantäne – neues Land ausserhalb EU und Schengenraum betretend) ist gesetzt. Das erste Mal sind wir mit der Dada Tux auf einem anderen Kontinent. Wir sind neugierig was uns alles erwartet und hoffen, dass die Begegnungen ein Nehmen und Geben sein werden.

Video Delfine die uns begleiten


Das Ankerfeld ist schon (sehr) gut belegt, gespickt mit etlichen Bojen. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe einen guten Platz zu finden um genügend Schwojraum zu finden. Jedes Boot hat seinen eigenen Schwojkreis, abhängig von verschiedenen Faktoren. So zirkeln wir also um Fischer-, Segel-, Motorboote, Dingis und Bojen umher bei 5-6 Bft. Schwojt ein Boot nicht in der berechneten Richtung aus, kann es schon mal ganz schön brenzlig werden (finde ich zumindest).

Wir werfen den Anker auf etwa 6 Meter Tiefe und werfen gleichzeitig die Ankerboje aus. Leider hält der Anker ungenügend, das heisst Anker auf und das Ganze nochmals von vorne. Beim zweiten Versuch klappt es. Trotz des recht starken Windes liegen wir erstaunlich ruhig und geniessen unsere Ankunft. Schon am anderen Morgen haben wir das Gefühl unsere Dada Tux habe sich etwas näher an die nicht weit entfernte grüne Tonne hin gewagt. Nach nochmaliger Ankerkontrolle und „eingraben“ scheint er nun zu halten und wir gehen beruhigt an Land.

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Feb.
17


Seit Mitte Januar liegen wir in der Marina Santa Cruz de Tenerife. Das Gefühl Zeit zu haben für die Vorbereitungen der Weiterreise zu den Kap Verden, für Besuche und vieles mehr ist ein Geschenk. Den Begriff „Zeit“ und welche Verknüpfungen wir damit verbinden ist ein „unendliches“ Thema. Auch „unendlich“ wäre zu klären, gehört jedoch, meiner Meinung nach, nicht in unseren Blog.

In den ersten Tagen feiern wir den Geburtstag von Melanie am Strand in El Poris an der Ostküste von Teneriffa, zwischen Santa Cruz und dem Flughafen Süd. Bei leckeren kanarischen Häppchen, einem Glas Wein und angenehmen Temperaturen stossen wir auf das Geburtstagskind an.
Wir besuchen Ludwig und Lotti, die jeweils auf den Kanaren überwintern, in Las Americas. Ludwig ist ein begnadeter Amateurfunker, Hansueli hat bei ihm „funken“ gelernt. Sie segelten mit ihrer Segelyacht SY Eldorado von 1996 bis 2003 in sieben Jahren um die Welt.

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Jan.
18


Silvester / Neujahr verbringen wir mit einem feinen Nachtessen auf dem Schiff, um Mitternacht erfreuen wir uns am Feuerwerk und anschliessend finden wir uns auf der Plaza de las Americas beim tanzen (eher selten) zu lateinamerikanischer Klängen wieder. Die Bekleidungsunterschiede zwischen den „Gästen“ von La Gomera und den Einheimischen ist frappant. Die Gomeros/Gomeras glänzen mit äusserst interessanten Variationen von Abendbekleidung, vor allem gefragt scheinen bei den Damen „high heels“ zu sein, während die Gäste (Touristen), wohl auch in Ausgangstenue, jedoch bedeutend weniger dem Dresscode – festliche Abendbekleidung-, folgen.


Am 6. Januar kommen die heiligen drei Könige und bringen Geschenke. Hier in San Sebastian de la Gomera reisen sie in festlichen Kutschen von Pferden gezogen an, begleitet von traditioneller Musik, Phantasiegestalten vom Disneyland.

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Dez.
29

Der „Calima“ macht aus unserer Dada Tux beinahe eine Saline. Wo wir hin greifen sind unsere Hände mit Salz und Sand belegt. Wir waschen sorgfältig unser Boot auch um den sich sehr rasch immer wieder bildenden Flugrost unter Kontrolle zu halten. Mir kommt dieser Flugrost ähnlich vor wie das Unkraut im Garten.


Der Wind weht seit Tagen stark und konstant aus Osten und somit ist es ungünstig für uns für auf La Gomera zu segeln. Einen Tag lang scheint der Wind mehr nördlich zu blasen, bevor er wieder nach Osten dreht. Wir packen diese Gelegenheit und segeln morgens gegen 7 Uhr los um die etwa 60 sm von La Restinga/El Hierro bis nach San Sebastian de la Gomera zu segeln und wenn möglich noch vor Dunkelheit an zu kommen. Im Segelführer lesen wir, dass man mit Vorteil eine Reservation macht. Hat es keinen Platz gibt es einige Ankerbuchten in der Gegend. Telefonisch, und später per Mail, wird uns ein „atraque“ bestätigt.

Hansueli bereitet den Code 0 vor um auch bei leichten Winden nicht vom Motor abhängig zu sein und trotzdem Fahrt zu machen.
Die kurze Überfahrt hält uns auf Trab, viel Wind, kein Wind, etwas mehr, etwas weniger. Code 0 heraus, Code 0 herein, Genua, Kutter, ein Reff, zwei Reff, dann wieder ausreffen. Die Düsen, welche zwischen den Kanarischen Inseln bilden blasen recht unberechenbar und können innerhalb sehr kurzer Distanz von 5 kn Wind auf 30 kn auffrischen.

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Dez.
11

Funchal (Madeira) El Hierro (Kanarische Inseln) Ende November / Dezember 2017

Unerwarteter Besuch aus der Schweiz steht vor der Dada Tux. Annette und Max, die Schwester und der Schwager von unseren Freunden Tom und Bea aus Solothurn verbringen einige Tage auf Madeira. Die Begegnung freut uns sehr, wir geniessen gemeinsam ein Nachtessen und einige Tage später nochmals ein Bier mit Rundumblick aufs Meer und den Hafen. Danke für den Besuch und auf Wiedersehen.


Wir hören in Funchal ein Konzert mit dem klassischen Orchester von Madeira. Ein Cellostück von Luìs Tinoco (1969 geb. aus Lissabon) und drei von ihm vertonte „Phantastische Geschichten“. Ich finde es höchst interessant, anspruchsvoll, innovativ, originell. Hansueli findet das Cellostück etwas langweilig. Am nächsten Abend ein Essen bei Anja und Christoph auf der Gioia. Sie lassen die Leinen ebenfalls los um nach Graciosa zu segeln. Überhaupt ist im Hafen „Aufbruchstimmung“. Nach etlichen Tagen Südwind kommt ein kleines Fenster mit westlichen Winden und das wollen viele nutzen, auch wir.

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Nov.
20

Vigo bis Funchal, November 2017

Bevor wir nochmals die Wetterdaten „studieren“ planen wir am Sonntag Morgen los zu segeln. Nun jedoch entscheiden wir uns am Samstag Nachmittag bei Hochwasser die Leinen los zu lassen, da in einigen Tagen die östlichen Winde noch stärker blasen.


Kaum verlassen wir Vigo Marina bläst es uns schon kräftig um die Ohren und wir verkleinern die Segelfläche, zuerst ein bisschen, dann etwas mehr und kurze Zeit später nochmals. Eine Bullentalje wird gesetzt (Sicherungsleine damit eine Patenthalse vermieden wird). Nachts leuchtet dieses Mal der Vollmond und so wird es nie ganz dunkel. Wind und Wellen legen zu und so rauschen wir unserem Etappenziel „Porto Santo“ entgegen. Unsere maximale Geschwindigkeit wird mit 15,2 kn angegeben, vermutlich sausen wir da gerade eine Welle hinunter. Diese Geschwindigkeit ist zu schnell für unser Boot, wenn dem oft so wäre, müssten wir einen Schleppanker auslegen. Das Trimmen der Segel hält uns auf Trab. Wie heisst es doch bei FahrtenseglerInnen. Richtiger Segeltrimm macht eine Fahrtenyacht nicht nur schneller uns sicherer. Auch die Lebensdauer der Segel wird dadurch verlängert.

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