Dada Tux

Wir sind Mitglied von

Greenpeace

DadaTux Blog

unsere Reiseberichte
Nov.
02

Von den Rocky Mountains bis Küste von Oregon

Um alles für den Grenzübertritt in die USA vorzubereiten, blieb ich kurz vor der Grenze auf dem kommunalen Campingplatz in Milk River. Die US-Behörden sind sehr restriktiv, was die Mitnahme von Lebensmitteln angeht. Bei einem vollen Abfalleimer sehen sie rot. Wenn man es gewohnt ist, in Europa im Schengen-Raum zu reisen, fühlt man sich an der US-Grenze um 50 Jahre zurückversetzt. Erst einmal warten in der Autoschlange. Sogar das Auto vor mir stellte ab und zu den Motor ab. Das bedeutet etwas in Nordamerika. Immer wieder komme ich auf Parkplätzen an leeren Autos mit laufendem Motor vorbei. Ich habe ein B1/B2 US-Visum, das mich zur wiederholten Einreise berechtigt. Vorausgesetzt, ich kann den Grenzbeamten oder die Grenzbeamtin (CBP) davon überzeugen, dass es mir ein grosses Anliegen ist, in die USA einzureisen. Ob ich einreisen darf oder nicht, hängt von dieser Person beim CBP ab. Normalerweise bekomme ich das OK für einen Aufenthalt von sechs Monaten. Mein letztes OK (offiziell I-94) für sechs Monate war abgelaufen, ich brauchte ein neues. Jedes Mal fühle ich mich wie ein kleiner Bittsteller, der der Macht des CBP-Beamten oder der CBP-Beamtin ausgeliefert ist. Dieses Mal wurde der Van nicht durchsucht. Man glaubte mir, dass ich nur Zwiebeln, Knoblauch, Bananen und ein Stück Parmesankäse dabei habe. Nach 1 ½ Stunden konnte ich weiterfahren und darf die nächsten 6 Monate in den USA bleiben.



Die Landschaft im Nordosten von Montana ähnelt der von Alberta. Sie ist hügeliger, nicht mehr ganz so flach. Auf Nebenstrassen fuhr ich nach Cut Bank, dem «Coldest Spot in the Nation» mit einem grossen Pinguin am Ortseingang. Ich übernachtete auf einem relativ ruhigen Platz neben einem Spielplatz. Im nahe gelegenen Supermarkt füllte ich meinen Kühlschrank auf.

Weiterlesen
  4302 Aufrufe
Okt.
09

Edmonton – Calgary

Den regnerischen Tag in Prince George benutzte ich um in der öffentlichen Bibliothek den letzten Blog online zu stellen. Einen Saunabesuch konnte ich mir bei diesem Wetter nicht gönnen. Den ganzen September ist das Hallenbad wegen Revisionsarbeiten geschlossen. Beim Anstehen an der billigsten Tankstelle fragte mich ein Mitarbeiter, ob ich eine Visa Karte habe. Ja, ich habe eine Visa-Karte. Ob ich eine Visa-Karte von ihrer Firma habe. Erst da erinnerte ich mich, dass ich vor einem Jahr dort auch nicht tanken konnte, weil ich die falsche Kreditkarte habe.



Vor einem Jahr fuhr ich auf dem John Hart Hwy (BC97) von Dawson Creek aus nach Prince George, in der Gegenrichtung. Bei den kleinen Bjoux Falls machte ich einen Fotostopp. Der Name klingt schöner als es ist. In Chetwynd findet jeden Sommer das Kettensägen-Holzschnitz-Festival statt. Ich konnte kaum glauben, dass die neueren Arbeiten mit einer Kettensäge geschnitzt wurden. Einige sind sehr fein gearbeitet. Das Holz ist mit Klarlack und Farbe geschützt. Auf dem Parkplatz neben der Hauptstrasse, umringt von mystischen Figuren, übernachtete ich. Nachts fahren kaum Autos oder LKWs.

Weiterlesen
  3997 Aufrufe
Sep.
18

Richtung Süden bis Prince George

Beim Einkaufen in Dawson City wurde mir der Unterschied zwischen Ferienreisenden und Langzeitreisenden wieder einmal bewusst. Vor mir an der Kasse packte ein Paar seinen Einkauf in einen Papiersack mit der Aufschrift "Züri Duty Free" ein. Ich sprach sie auf Schweizerdeutsch an. Sie antworteten knapp auf Schweizerdeutsch. Das war schon die ganze Kommunikation. Ich sah, wie sie in einen Miet-Camper einstiegen. Mit Langzeitreisenden (3 Monate und länger) beginnt schnell ein längeres Gespräch, woher, wohin, wie lange und und. Mit Leuten, die nur in den Ferien reisen, ist so ein Gespräch sehr selten. Das erlebten wir auch beim Segeln.



Die Strecke zwischen Dawson City und Whitehorse kenne ich inzwischen. In den letzten Tagen wurde es herbstlicher. Die Blätter der Laubbäume und Sträucher leuchten in den verschiedenen Herbstfarben. Ich wartete 15 Minuten an einer Baustelle. Im Rückspiegel sah ich den 4x4 LKW-Camper, der sehr unfreundlich auf der South Canol Road an mir vorbeifuhr. Nach der Baustelle überholte er mich, ich fuhr ihm zu langsam. Das Auto war sehr schmutzig. Man konnte weder die Rücklichter noch das Nummernschild sehen. Nach 10 km waren wir an der nächsten Baustelle wieder gleich weit. Ich übernachtete noch einmal auf dem Pelly Crossing Camping.

Weiterlesen
  2540 Aufrufe
Aug.
28

Fort Nelson - Dawson City

Aus Angst vor einem japanischen Angriff auf Alaska im 2. Weltkrieg baute die US-Armee mit grossem Aufwand den ursprünglichen Alaska Highway durch Kanada. Die heutige Asphaltstrasse ist 100 km kürzer. Sie ist immer wieder von langen, langweiligen Geraden unterbrochen. Aber die Landschaft ist wunderschön. Der Alaska Highway hat immer noch den Ruf, etwas ganz Besonderes zu sein.


Im Fort Nelson Visitor Center traf ich Herbert. Der Österreicher ist mit seinem VW-Bus auf dem Weg nach Alaska. Ich versuchte ihm die Dempster Hwy von Dawston City bis Tuktoyaktuk am Nordmeer schmackhaft zu machen. Ich hatte den Eindruck, dass ihm die 1900 km Schotterstrasse hin und zurück zu weit waren. Am nächsten Tag traf ich beim Autowaschen ein junges Paar aus Schwyz. Sie nutzen einen neunmonatigen Sabbatical, um mit ihrem kleinen Van durch Nordamerika zu reisen. Beim Einkaufen begegnete ich einem österreichischen Paar. Wir fahren in die entgegengesetzte Richtung. Mit ihrem Van waren sie schon mehrmals in Nordamerika unterwegs.

Weiterlesen
  2512 Aufrufe
Aug.
11

Region Yellowknife

Auf der Fahrt von Hay River zur kanadischen Sonnenstube Yellowknife sah ich 110 km nur abgebrannten Wald. Auf den restlichen 380 km gab es abwechselnd verbrannten und grünen Wald. In einem Reiseführer las ich, dass man westlich vom Great Slave Lake mehr Bisons sieht als im Wood Buffalo Nationalpark. Bei mir war es umgekehrt, ich sah auf dieser Stecke keinen Bison. Entlang der Strasse sah ich in regelmässigen Abständen rechteckige Teiche. Vielleicht sind das Wasserbecken, um Waldbrände zu löschen. Der Wald ist durchsetzt mit viele kleine Seen, die nicht direkt an der Strasse liegen. Trotz des Wassers kann der Wald so trocken werden, dass er grossflächig brennt. An einer Kreuzung steht die Tafel «Remembering the Children» (Erinnerung an die Kinder). Auf einem Herz mit Amorpfeil steht 215 und rundherum viele Teddybären. Diese Tafel erinnert an den Fund eines Massengrabs von 251 indigenen Kinder bei der Kamloops Indian Residential School in Kamloops BC. Die Schule war zwischen 1890 und 1969 unter Führung der katholischen Kirche aktiv um indigene Kinder umerziehen.


Bei einem kleinen Tümpel, umgeben von jungen grünen Bäumen, übernachtete ich. Ich sah wieder mal blauen Himmel ohne verdeckenden Rauch. Auf dem sandigen Boden sah ich neuere Bison- und Bärenspuren. Die Tiere zeigten sich nicht.

Weiterlesen
  4304 Aufrufe
Juli
27

Geräuchert

Nach meiner Pause im Wald brauchte ich frische Lebensmittel und eine Dusche. In Hinton, dem nächstgrösseren Ort an der Yellowhead-Highway, duschte ich ausgiebig mit für mich sehr heissem Wasser. Der Reiseführer empfiehlt einen Spaziergang auf dem Beaver Boardwalk am Maxwell Lake im Süden der Stadt. Vor vielen Jahren hat ein grosses lokales Sägewerk der Gemeinde zu seinem Firmenjubiläum einen Steg durch ein sumpfiges Gebiet geschenkt. Anscheinend fehlt das Geld, um den Steg zu reparieren. Einige Stege sind gesperrt. Man kann sie nicht mehr betreten. An diesem warmen Nachmittag sah ich keine Biber (Beaver).


Nach dem Einkaufen fuhr ich ein paar Kilometer zurück, um auf die Bighorn-Highway ab zu zweigen. Ausserhalb von Grande Cache wollte ich auf einem Platz übernachten. Der Platz, der in iOverlander beschrieben war, war eine grosse Baustelle. Auf dem grossen Parkplatz in der Stadtmitte darf man übernachten. Grande Cache wurde 1966 gegründet, als man Steinkohle fand. Nur wenige Kilometer ausserhalb von Grande Cache geht eine Schotterstrasse zu den Sulphur Gates im Smoky River ab. Von Aussichtspunkten aus kann man in die Schlucht schauen. Die Bighorn-Highway führt durch den Wald. Manchmal sieht man Gas- und Öl-Anlagen und Kohleabbau. Im Norden wurde die Landschaft gelb. Es gibt grosse Rapsfelder, kurz vor der Blüte und andere, die schon blühen. Manchmal sieht man auch Getreidefelder, Weiden mit grossen Heuballen oder kleine Wälder.

Weiterlesen
  2593 Aufrufe
Juli
16

Hin und her und Nationalparks

In Fairmont Hot Springs, British Columbia (BC) in Kanada, nahe der USA Grenze ist Anne mit ihrer Familie in den Ferien. Vor paar Monate machte ich mit ihnen ab, dass ich sie besuche. Die Strecke von Kalispell in Montana zu ihnen wäre in einem Tag machbar. Ich hatte es nicht eilig und übernachtete jeweils vor und nach der Grenze zwischen den USA und Kanada an einem kleinen See. Der Grenzübertritt nach Kanada verlief reibungslos. Die üblichen Fragen nach dem Wohin, wie lange, Wohnort, Waffen, Alkohol, Cannabis, Tabak, Krankenversicherung, Haustiere, Geld und ob der Van mir gehört. Zwischen 1970 und 1985 wurde in Kanada auf das metrische System umgestellt. Ich kann den Tacho des Vans von Meilen auf Kilometer umstellen. So muss ich die Geschwindigkeit nicht umrechnen. Schade, dass der Van die Temperatur weiterhin in Fahrenheit anzeigt. Die Umrechnung von Fahrenheit in Celsius ist ziemlich kompliziert. Zum Beispiel: 68 °F in °C. (68 °F - 32) × 5/9 = 20 °C. Für mein altes Hirn ist das ziemlich schwierig. Ich machte mir einen Merkzettel.


Zusammen mit Anne und ihrer Familie verbrachte ich einen schönen Tag. Am nächsten Morgen ging es für mich weiter in Richtung Kootenay-Nationalpark. Anschliessend stehen der Yoho-, der Banff- und der Jasper-Nationalpark auf dem Programm. In den Nationalparks darf man nur auf den offiziellen Campingplätzen übernachten. Manche Plätze muss man zwei Tage im Voraus reservieren, bei anderen hat man einen Platz, wenn man zuerst kommt (sofern es noch freie Plätze gibt). Jetzt zur Ferienzeit und zudem am Wochenende ist es aussichtslos. Für den Besuch des Kootenay-Nationalparks übernachtete ich bei Radium Hot Springs auf einer Waldlichtung mit Blick ins Tal.

Weiterlesen
  2665 Aufrufe
Juli
01

Im Zickzack nordwärts

Ich fand in der Umgebung von Salt Lake City keine Stelle, von der aus ich über den Great Salt Lake blicken konnte. Vermutlich hätte ich den Berg hinauffahren müssen. Ich dachte, ich finde eine Aussicht auf der Strasse zur grossen Salzwüste. Eine Stelle, an der ich anhalten könnte, fand ich nicht. Auf Wikimedia gibt es Fotos vom See.



Nach dem Einkaufen fuhr ich westwärts bis zur Südwestecke der grossen Salzwüste. In der Mitte der Salzwüste, an der Hwy 80, steht der 27 Meter hohe ‹Metaphor: The Tree of Utah› des schwedischen Künstlers Karl Momen aus dem Jahr 1986. Der Betonbaum mit den sechs Kugeln ist der ‹Ode an die Freude› von Friedrich Schiller gewidmet. Bekannt ist es auch aus dem vierten Satz von Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie. Ein Zaun umgibt grosszügig das Kunstwerk. Die Behörden befürchten, dass sich Teile lösen und Leute zu Schaden kommen. In diesem Teil der Salzwüste, Bonneville Salt Flats, wird jedes Jahr eine flache Piste für die Geschwindigkeitsrekorde präpariert.
Auf einer leichten Anhöhe auf BLM Land, fand ich einen fast ebenen Platz zum Übernachten.

Weiterlesen
  2831 Aufrufe
Juni
19

Utah

In den letzten Wochen lief nicht nur ich immer wieder heiss. Auch ohne direkte Sonneneinstrahlung im klimatisierten Van meldete mein Handy immer wieder zu viel Hitze und begann mehr und mehr Fehler zu produzieren. Ich wollte die guten Einkaufsmöglichkeiten in St. George nutzen und kaufte ein neues Handy. Nach dem Publizieren vom letzten Blog wollte ich das neue Handy in Betrieb nehmen. Bei der Auswahl entging mir, dass nur eine physische SIM-Karte möglich ist. Ich habe eine CH- und eine US-SIM-Karte. Die zweite SIM-Karte für das neue Handy muss eine eSIM sein. Ich habe ein Prepaid-AT&T mit unlimitierten Daten und Hotspot in Nordamerika. Ein Wechsel von einer physischen SIM zu einer eSIM ist am besten in einem der vielen AT&T-Shops möglich, lese ich auf der Webseite. Der Mitarbeiter im Shop benötigte telefonischen Support von der Zentrale. Nach gefühlten ¾ Stunden Support-Telefonat war das Resultat, dass mein neues Handy nicht AT&T eSIM-kompatibel ist. Zurück zur bestehenden physischen SIM war nicht möglich und eine neue konnte der Mitarbeiter am Abend nicht konfigurieren. Sein telefonischer Support hatte Feierabend, ich soll morgen nochmals kommen. Ich fluchte innerlich über meinen Kauf, über mich und überhaupt. Zurück auf dem Campingplatz überlegte ich mir, den Provider zu wechseln. Als ich das neue Handy ohne eingelegte SIM-Karte nochmals einschaltete, fragte mich ein Pop-up, ob ich meine AT&T-Nummer zu einer eSIM konvertieren will. Na klar, kann höchstens schiefgehen. Über das WLAN vom Camping installierte das neue Handy die eSIM und funktioniert seither bestens. Soweit zur Kompatibilität.


Zu Bürozeiten war auf dem Camping die klimatisierte Lobby mit dem schnelleren WLAN offen. 40 °C nachmittags war keine Seltenheit in St. George. Schatten hatte es keinen auf dem Camping. Unerbittlich brannte die Sonne auf den Van.

Weiterlesen
  1860 Aufrufe
Juni
04

Santa Fe – Grand Canyon

Ich las diesen Frühling mehrmals über den Namen der US-Künstlerin Georgia O’Keeffe. Die letzten Jahre lebte sie hauptsächlich in der Gegend von Santa Fe. Das Georgia O’Keeffe Museum ist ganz ihrer Kunst gewidmet. Die Stadt ist eine wichtige Kunstmetropole der USA. Zu Beginn ihrer Karriere malte Georgia O’Keeffe abstrakte Bilder. Im Laufe der Zeit wurden ihre Bilder immer konkreter und zeigten mehr Natur und Blumen.



Ich buchte auf einem Campingplatz drei Nächte. Bevor ich mich der Kunst widmen konnte, musste ich noch ein paar Arbeiten erledigen. Die Reifen mussten gewechselt werden. Ich stand auf dem Campingplatz auf Kies. Für diese Arbeit ist das kein geeigneter Untergrund. Ich fuhr auf den Parkplatz eines nahen Supermarktes. Mit jedem Reifenwechsel geht es besser, auch wie ich das Reserverad wieder in den knappen Platz unter den Van befestige. Der Van musste geduscht werden und der Motor brauchte einen Ölwechsel. In den USA gibt es viele Werkstätten, die Ölwechsel und kleinere Servicearbeiten erledigen. Man fragt einfach, ob sie Zeit haben und einen Wechsel bei einem Dieselmotor machen. Der Ölfilter war nicht vorrätig, aber das sollte kein Problem sein. In einer Viertelstunde sei einer da. Die Wartezeit betrug letztlich 90 Minuten. Manchmal bin ich blöd und frage nicht direkt nach. Ich hatte das Gefühl, dass der Arbeiter zu viel Öl hineinschüttet. 12,5 l müssen rein, nach meiner Einschätzung hat er sich um einen Kanister verzählt. Am nächsten Morgen war ich wieder dort und sie mussten einiges Öl ablassen. Leider spritzte das Öl seitwärts auf Reifen, Bremse und Radaufhängung. Nochmal zum Carwash und das Öl abspritzen. Danach dauerte es ein paar Tage, bis der kalte Motor bei niedrigen Drehzahlen genug Kraft entwickelte. Trotz des ‹verdorbenen› Morgens hatte ich genug Zeit, um mit dem Bus ins Stadtzentrum zu fahren. Eine Bushaltestelle ist direkt vor dem Campingplatz. Für Senioren kostete die Tageskarte einen Dollar. Einen richtigen Fahrplan hat der Bus nicht, man wartet einfach, bis einer kommt.

Weiterlesen
  3598 Aufrufe
Mai
25

Richtung Nordwesten?

Den regnerischen Morgen auf dem Ocean Pond Camping konnte ich gut nutzen. Den letzten Blog Beitrag stellte ich fertig. Am Nachmittag lies der Regen nach und es hellte auf. Die Nordlichter sollten bis nach Florida zu sehen sein. Ich sah keine. Einen grösseren Horizontbereich vom Campingplatz aus zu sehen wäre auch schwierig gewesen,. Der Campingplatz liegt schön gelegen im Wald. Der grösste sichtbare Horizontblick ist über den See. Der liegt in der falschen Richtung nach Süden.


Mein Kühlschrank und die Obst- und Gemüsekiste waren leer. In Lake City füllte ich sie auf, ebenso den Dieseltank. In den letzten Tagen leuchtete immer wieder die allgemeine Motorwarnung auf. Diese Warnung bedeutet, dass ich demnächst eine Werkstatt aufsuchen muss, um den Motor überprüfen zu lassen. Im Gegensatz zu Supermärkten haben Werkstätten sonntags geschlossen. Weiterfahren und mal schauen. Auf dem Hinweg nach Florida fuhr ich an der Küste entlang. Auf dem Rückweg wählte ich den Hwy I-10, um ein paar Meilen weiter nach Nordwesten zu kommen, mit dem Ziel kurz vor Mobile zu übernachten. Tempomat auf 62 mph (100km/h) und Sirius MX Radio auf einen der wenigen Jazz-Sender eingestellt. 70 mph (113km/h) wären erlaubt, aber dann verbraucht mein Van zu viel Diesel. Die meisten, auch die grossen Trucks, fahren 75 mph (120km/h).

Weiterlesen
  2430 Aufrufe
Mai
11

New Orleans und Florida

Durch das wasserreiche Gebiet sind durchgehende kleine Strassen nach Osten selten. Von New Iberia aus fuhr ich zunächst auf dem stark befahrenen Hwy 90. Nach einem kleinen Umweg über eine kleine Strasse kreuzte ich den Hwy 90 nach Houma in Richtung Lac des Allemands. An der öffentlichen Bootsrampe des Dorfes Bayou Boeuf übernachtete ich. Ich fand gerade noch einen Platz, alles war voll von Pickups mit Bootsanhängern. Gegen Abend kamen die Boote zurück, viele mit sehr grossen Motoren und entsprechendem Lärm. Irgendeine Angelveranstaltung. Viele hatten die gleichen leuchtenden T-Shirts an. Nach Einbruch der Dunkelheit hatte ich den Platz für mich allein. Auch am Sonntagmorgen war es ruhig. Am Rande des Parkplatzes liegt viel Müll herum, trotz des Schildes, auf dem eine Strafe für Müllablagerung angedroht wird.


Wie viel Müll herumliegt, ist von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr unterschiedlich. In Louisiana liegt ziemlich viel herum. Dafür gibt es vor jeder Kirche, und davon gibt es viele, ein Verkehrszeichen am Strassenrand. Statt ‹Bump› für Bodenschwelle steht auf dem gelben Schild ‹Church›. Zum Verhältnis von Natur und Christentum kam mir dieses Bibelwort in den Sinn: «Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über Fische des Meeres, über Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!» (1. Genesis 1,28). Im Süden der USA habe ich mehrmals gesehen, wie während der Fahrt ein Becher oder leer Petflaschen aus einem Auto geworfen wurde. Ich glaube nicht, dass mit ‹füllt die Erde› gemeint war, sie mit Müll zu füllen.

Weiterlesen
  4121 Aufrufe
Apr.
16

Ruhig

Beim letzten Blog vergass ich die Fotos der Ausstellung des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero zu publizieren. Ein paar Beispiele vom Künstler mit den sehr dicken Figuren.


(Um die Fotos auf diesem Blog grösser an zu schauen genügt ein Klick auf das Vorschaubild. Mit einem Klick auf das grössere Foto wird es Formatfüllend ohne Rand und Bildname angezeigt. Ein Klick auf den rechten Bildrand öffnet das nächste Bild, ein Klick auf den linken Bildrand das vorherige.)

Weiterlesen
  4262 Aufrufe
März
28

Zurück in Phoenix

Nach 3 ½ Monaten in der Schweiz bin ich zurück in Phoenix.

Der Winter in der Schweiz war mild. Ich besuchte Familie und FreundInnen, ging ins Kino, besuchte Ausstellungen und Konzerte. Meine Emotionen pendelten rauf und runter und einige Abschiede für die nächsten Monate waren nicht leicht. Grundlegend zog es mich zurück zum Van.

Weiterlesen
  2731 Aufrufe
Dez.
25

Las Vegas – Phoenix

Auch in Las Vegas interessierte ich mich weder für die grossen Casinos und Shows, noch wollte ich heiraten. Mein Interesse galt im Westen von Las Vegas der Red Rock Park und im Osten das Valley of Fire. 2 Mal übernachtete ich auf dem gleichen Supermarkt Parkplatz am Stadtrand von Las Vegas. Am ersten Abend standen 12 Vans und PW’s über Nacht in der gleichen Ecke wie ich. Am 2. Abend hatte es einige mehr, ich zählte nicht mehr. Es kam mir vor wie auf einem dicht gedrängtem Campground.


Eine halbe Stunde fahrt und ich stand am Red Rock Parkeingang. Auch ohne Reservation wurde ich eingelassen und meine im Death Valley erworbene US National Park Jahreskarte war gültig. Auf einem 20 km langem Einbahn Rundkurs kommt man an verschiedene Parkplätze vorbei. Diese sind Startpunkt für unterschiedlich schwierige Spaziergänge oder Wanderungen. Wie im Death Valley warnen viele Tafeln, dass man die Hitze und Trockenheit betrachten muss. Zum Lovell Canyon führt eine Strasse für die 4x4 und genügend Bodenfreiheit empfohlen wird. Ich fuhr den Anfang des Wegs, Strasse konnte man diesen Weg nicht nennen, und kehrte wieder um. Der Weg erfordert zum Fahren die volle Konzentration. Zudem hätte ich auf dem zum Teil felsigen Weg den Reifendruck um Minimum 20% reduzieren müssen. Die Natur gehend zu geniessen war mir lieber.

Weiterlesen
  3102 Aufrufe
Dez.
15

Snowbirds

Im Nordwesten werden Leute Snowbirds genannt, die im Winter vom Nordwesten in den Süden ziehen. In der Schweiz nennt man das Zugvogel. Mein Van ist leider nicht genügend Winterfest, so muss ich es ähnlich machen.


In Vancouver blieb ich auf dem gleichen stadtnahen Camping. Dort steht der Van auf einem ebenen Betonplatz, gut um den Reifen mit der Schraube im Profil gegen den Ersatzreifen zu wechseln. Diesmal wollte ich in die Stadt um wieder einmal modernere Kunst anschauen. Meist schaute ich im Internet nach, ob die im gedruckten Reiseführer angegebenen Öffnungszeiten noch stimmen. Diesmal nicht und so stand ich an einem Dienstag vor der geschlossenen Art Gallery. Pech gehabt, so spazierte ich ziellos in der Stadt umher und fuhr am späteren Nachmittag mit dem Bus zum Camping zurück.

Weiterlesen
  4990 Aufrufe
Nov.
21

Vancouver Island

Ich blieb ein wenig länger in Vancouver und benutzte das relativ trockene Wetter um die längst überfällige Rochade mit den Reifen zu machen. Beim eisigem Wetter der letzten Wochen hatte ich keine Lust dazu. Jedes mal geht es ein wenig schneller. Auch für den Blog zu schreiben brauche ich Zeit. Die Wörter fliessen langsam zu meinen Fingern auf der Tastatur.


Nördlich von Vancouver legt eine grosse Fähre mehrmals täglich zur Vancouver Island ab. Vancouver Island ist die grösste nordamerikanische Insel im Pazifik. Wie auf vielen anderen gebirgigen Inseln hat Vancouver Island unterschiedliche Klimazonen. Der Nordwesten ist eines der regenreichsten Gebiete von Kanada. Victoria, im Südosten, hat eher mildes trockenes Wetter. Das meist besiedelte Gebiet ist der Südostteil von Victoria bis Campbell River. Der ganze Westen ist durchzogen mit Fjords die weit in die Insel hinein reichen.

Weiterlesen
  3138 Aufrufe
Okt.
30

Anchorage Whitehorse Vancouver

Nach 3 Stunden warten war die Umwälzpumpe der Standheizung eingebaut. In der Hoffnung, nicht mehr wegen der Heizung nach Anchorage zurückkehren müssen, ging ich für die nächsten Tage Einkaufen. Die Glenn Hwy nach Glennellen kenne ich bald gut. Mit dem Wetter war ich zufrieden, die Sicht in die verschneiten Berge war eindrücklich.


In Glennellen parkte ich auf dem gleichen Platz wie vor 10 Tagen. Kaum den Motor abgestellt begann es zu regnen. Nach dem Eindunkeln fielen grosse Schneeflocken. Ohne Nachhelfen startete die Heizung. Nichts brauchte ich mehr zu prügeln, für mein Gefühl ist dies sehr gut. Am Morgen stand ich im Schnee, diesmal ohne Sonnenschein. Der Strassenzustandsbericht nach Tok meldete auf dem ersten Drittel der Strecke schwierige Verhältnisse. Zeitweise schneebedeckte Strasse, ab und zu könne es Eisflecken haben. Ich lies mir mit dem Frühstück Zeit. Gegen Mittag wird es schon besser sein, dachte ich. Es lag weniger Schnee auf der Strasse, als ich es nach dem Bericht vermutete. Dafür lag ein Kieslastwagen seitwärts quer über der Strasse. Für mich ein Rätsel, wie der umkippen konnte. Neben der Strasse war der Boden genügend eben, so dass man mit einem Slalom um Sträucher und kleine Bäume die Unfallstelle umfahren konnte. Im Verlauf der Strecke wurde es wärmer und schneefrei.

Weiterlesen
  5277 Aufrufe
Okt.
13

Anchorage – McCarthy – Valdez

Glücklich, dass die Heizung wieder läuft fuhr ich zum Einkaufen und Diesel füllen. Die Strecke über Glennallen nach McCarthy/Kennicott fuhren wir vor 3 Jahren in der Gegenrichtung. Die Strasse nach Glennallen, die Glenn Hwy, führt am Matanuska Glacier vorbei. Der Gletscher ist Teil eines grossen Gletschergebietes welches ein Teil der Chugach Mountains südlich der Glenn Hwy bedeckt. Es regnete und je mehr die Strasse auf 900m anstieg begann es zu schneien. Zum ersten Mal in diesem Hebst stand ich im Schnee. Glennallen, an der Kreuzung AnchorageValdezTok, liegt tiefer, dort regnete es «nur» noch.



Während dem ich fahre ist die Standheizung ausgeschaltet. Der Van heizt genügend. Gespannt war ich, läuft die Standheizung wieder an und ist es wirklich nur ab und zu dass die Pumpe klemmt. Ohne mein weiteres dazutun bekam ich einen warmen Van. In der Nacht begann es zu schneien. Am Morgen stand ich in einer Schneelandschaft mit strahlender Sonne.

Weiterlesen
  3160 Aufrufe
Okt.
06

Geduld, Kenai Peninsula und nochmals Geduld

Die Wartezeit bis die Ersatzteile für die Standheizung eintreffen benutzte ich für Spaziergänge und den Besuch im Anchorage Museum. Der Stararchitekt David Chipperfield, er gestaltete den Neubau vom Kunsthaus in Zürich, baute die Erweiterung vom Anchorage Museum. In der Wechselausstellung wurden neue Werke von regionalen KünstelerInnen ausgestellt. Die Bandbreite ist gross. Ich sah neben banalem Kunsthandwerk auch ein paar interessante Objekte die mir gut gefielen. In der ständigen Ausstellung wollte ich noch einmal ein Werk von Rebecca Lyon von den Aleutian Islands sehen. Vor 3 Jahren machte mir ihr Werk grossen Eindruck. Es thematisiert die USA Atomversuche auf den Inseln. Leider hängt es nicht mehr dort, nur noch ein anderes Werk der gleichen Künstlerin.



Die Reparatur der Heizung dauerte doch ein wenig länger. Beim Einbau wurde der Anschluss von der Dieselpumpe vermurkst. Bis Montag sollte er da sein. Es wurde dann Dienstag. Danach lief die Heizung und ich konnte wieder frei Übernachten ohne auf einen externen Stromanschluss angewiesen zu sein.

Weiterlesen
  2870 Aufrufe
Sep.
13

Nördlich von Fairbanks und schnell nach Anchorage

Der Wetterbericht schreibt 3 Tage trockenes Wetter voraus. Nichts wie los. Nördlich von Fairbanks gibt es 3 Strassen deren Beschreibung schönes verspricht. Genügend Lebensmittel kaufte ich für eine Woche am Vortag ein.


Die Elliott Hwy führt nach Westen zu Manley Hot Springs. Erst heisst es die mir schon bekannte Strecke 138km nördlich auf der Asphaltstrasse bis zur Abzweigung nach Deadhorse (Dalton Hwy) fahren. Die weiteren 124km nach Westen ist eine gut zu fahrende Schotterstrasse. Schön, das Wetter hielt sich mit einer guten Fernsicht. Über den nördlichen Bergen sah ich eine Wolkenwalze, die nicht näher kam. Gegen Süden ist die Ebene vom Tolovana River der in den Tanana River mündet.

Weiterlesen
  2546 Aufrufe
Aug.
28

Nach Alaska

Von Dawson City aus drehte ich eine Runde durch das Goldgräbergebiet (Bonanza Creek Road, Hunker Road). Auch heute wird im Tagbau noch nach Gold gegraben. Nicht mehr im grossen Stil wie früher. 13km südlich von Dawson City steht als Museum Dredge Nr. 4. Der grösste in Nordamerika gebaute Schwimmbagger mit Holzhülle. Zwischen 1913 und 1959 war er in Betrieb. Der Bagger ersetzte die Handarbeit von 2000 Personen. Für eine Führung hätte ich 1.5 Std. warten müssen. Die Frau am Eingang sprach mich direkt auf Deutsch an. Erstaunt fragte ich, wieso sie weiss, dass ich deutsch spreche. Intuition war ihre knappe Antwort. Fotos von innen sah ich im Internet. Statt zu warten besuchte ich ein paar km weiter eine Stelle, wo vor 140 Jahren mehrheitlich durch Handarbeit Gold gesucht wurde.



2 Grenzübergänge gibt es zwischen Kanada und Alaska. Ganzjährig offen ist der an der Alaska Hwy. Im Sommer kann der Little Gold Creek Übergang an der Top of the World Hwy benutzt werden. Frische Lebensmittel dürfen nicht in die USA mitgenommen werden. Mein Kühlschrank und die Gemüse/Frucht-Kiste war leer. Das Risiko an der Grenze alles abzugeben wollte ich nicht eingehen. Dachte – leider falsch – dass ich in Chicken, der erste Ort in Alaska, sicher etwas kaufen kann. Ausser Ramsch und Souvenirs gibt es dort nichts. Und, die beiden Cafés waren geschlossen. Meine Befürchtung war falsch. Wie bei der Einreise nach Kanada interessierte sich der US Zöllner nur für die Besitzverhältnisse vom Van und meinem Wohnort.

Weiterlesen
  4403 Aufrufe
Aug.
18

Arctic Ocean

Ab Watson Lake fuhr ich auf der berühmten Alaska Hwy. Dies ist die direkte Verbindung von den USA nach Alaska durch Kanada. Sie ist breit, für diese Region mit einigem Verkehr. Auf halbem Weg nach der grössten Stadt in Yukon, Whitehorse, übernachtete ich in Johnsons Crossing.


Vor dem Strassenbau war der Yukon River die Verkehrsader zwischen Dawson City und Whitehorse. Die Stadt bekam wegen gefährlichen Stromschnellen in Yukon River den Namen. Mit dem Bau von einem Flusskraftwerk sind die Stromschnellen nicht mehr sichtbar. Der restaurierte Flussdampfer SS Klondike steht an Land als Museum. Wegen Renovationsarbeiten konnte nur das 1. Deck besucht werden. Bis zum Bau der Klondike Hwy Anfang 1950 war der Raddampfer in Betrieb.

Weiterlesen
  2660 Aufrufe
Aug.
04

Von Oregon nach Yukon

Im letzten Bericht vergass ich den Sänger und Komponisten Willie Nelson mit Wikipedia zu verlinken. Da merkt ihr, dass ich mich in der Country Music gar nicht auskenne, dabei ist Willie Nelson einer der grossen und vor allem eigenständigsten Musiker dieser Szene.


Ist gut liess ich in Bend den Schutz unter dem Motor, Getriebe und Hinterachse montieren. Davon weiter unten. Auch die verstellbaren Stossdämpfer machen sich gut. Auf Asphaltstrassen fährt der Van nicht mehr so ‹schwammig›, auf Naturstrassen (wenn ich umstelle) viel weicher und mit ca 10% weniger Luft in den Reifen sehr angenehm. Es rumpelt nicht mehr so arg in meinen Schränken. Zwischen den Tellern, Tassen, Gläser habe ich Dämmaterial, trotzdem. Um für Asphalt auf den normalen Druck zu pumpen, hat der Van einen eingebauten Luftkompressor. Zwar klein, es geht eine Weile, aber es geht. Und, mit dem grösseren Dieseltank muss ich seltener an die Tankstelle.

Weiterlesen
  4261 Aufrufe
Juli
13

Kauf und Übernahme vom Van

Als wir von Alaska bis Mexiko segelten, gefiel mir die Landschaft von Nordamerika sehr gut.

So reifte in mir – mit dem Verkauf vom Segelboot und gedanklichem hin und her – weiterhin in dieser Landschaft zu reisen und in Nordamerika dazu ein Wohnmobil zu kaufen.

Weiterlesen
  3306 Aufrufe
Juli
10

Abgehauen

Einige Leute finden, ich sei einfach abgehauen. Kann auch irgend wie die Reaktion verstehen. In der Schweiz herrscht eine sesshafte Kultur. Zum Reisen sind die Ferien da, oder in der Jugend zwischen Ausbildungsstufen.

Trotz 7 Jahre unterwegs mit dem Segelboot und mit 70 Jahren nicht genug vom Reisen zu haben, fällt einigen schwer zu verstehen. Vor allem, dass der Wunsch weiterhin unterwegs zu sein so gross ist. Für mich, ich reise weiter, nicht mehr auf dem Meer im Boot. Jetzt auf vier Rädern in einem kleinen 6m langen und 2.1m breiten Van. Weiterhin möchte ich sehen, erleben, mich überraschen lassen was hinter dem (oder meinem) Horizont ist. So lange ich mich genügend gesund fühle und ich mit Widrigkeiten umgehen kann gefällt mir das Reisen. Auch wenn es für mich heisst, mehrheitlich alleine unterwegs zu sein. Irgend wann kommt die Altersguillotine früh genug.

Weiterlesen
  2555 Aufrufe
Apr.
26

3 Monate Süd- und Nordinsel Neuseeland / Aotearoa

unterwegs im Wohnmobil (WoMo)
Anfang Januar bis Ende März 2023

Eine alternative Möglichkeit weiterhin unterwegs zu sein, für Hansueli, für uns?

Im Sommer 2022 verkaufen wir unser Segelboot, die Dada Tux in San Diego, und kehren in die Schweiz zurück. 7 Jahren waren wir auf hoher See. Eine Anfrage von einem befreundeten Segelpaar über einige Wochen mit zu segeln liess sich Hansueli nicht entgehen und genoss letzten Oktober/November die 6 Wochen in Gibraltar, Marokko und auf den Kanarischen Inseln.

Weiterlesen
  3509 Aufrufe
Dez.
29

Neues Jahr 2023

 

  3084 Aufrufe
Juli
02

Aus – Verkauf in San Diego

Wir fühlen uns wohl in der für hiesige Verhältnisse kleinen Point Loma Marina und freuen uns sehr, dass ein «Plätzchen» für unsere Dada Tux gefunden werden konnte. Dies ist nicht selbstverständlich um diese Jahreszeit, sind doch die meisten Dauermieter zurück aus dem Süden. Ebenso treffen wir auf einige bekannte Gesichter von unserem Aufenthalt im November Dezember letzten Jahres, so Daniel, der eine Hunter im Hafen liegen hat, John und Susan die ebenfalls wieder zurück aus Mexiko sind.



Es wird ein Gesamtgutachten für die Dada Tux in Auftrag gegeben, der Termin ist für den 6. Juni geplant. Seit 220 Tagen sind wir im Besitze eines Kaufvertrages, abgeschlossen in San Francisco. Alles wird sortiert, die persönlichen Gegenstände aus dem Schiff genommen, geputzt …., eine vielschichtige zermürbende Angelegenheit. Ab dem 1. Juni «wohnen» wir für 14 Tage in einem Airbnb in Marina Nähe, dann ziehen wir um ins Quartier Little Italy näher beim Zentrum. Eine anmächelige Gegend, von wo wir mit dem ÖV, den Fahrrädern und zu Fuss (fast) überall hinkommen. Der einzige Nachteil: die Flugzeuge fliegen hier rund um die Uhr kaum 50 m über unsere Köpfe hinweg.

Weiterlesen
  5984 Aufrufe
Juni
18

Von Mexiko – La Cruz de Huanacaxtle -zurück in die USA – San Diego


Einige Wochen verbringen wir im tropischen La Cruz de Huanacaxtle in der Bahia las Banderas. In der Nacht kühlt es (zum Glück für mich) ab, tagsüber ist das feuchtheisse Klima nicht jedermanns Sache.


Am 3. Mai ist das Dorffest von La Cruz de Huanacaxtle. 10 Tage wird gefeiert, der letzte Tag ist die Krönung des Festes mit eindrücklichen indigenen Tänzen, Reiter die einem Umzug dem Strand entlang reiten und sich auf dem Hauptplatz versammeln. Jung und alt nimmt an den Festivitäten teil, verköstigt sich an den traditionellen Ständen.

Weiterlesen
  5510 Aufrufe
Apr.
13

Überqueren des Golf's von Kalifornien ans Festland bis La Crux de Huanacaxtle

Wir freuen uns auf die immer noch recht starken Nordwinde, denn von nun an geht es südwärts. Die erste wieder südwärts gehende Etappe geht von Santa Rosalìa bis Topolabampo, eine Strecke von gut 210 NM. Diese Distanzen lieben wir nicht sonderlich. Wenn immer möglich wollen wir bei Tageslicht ankommen. Da der Wind nie ganz genau berechnet werden kann und so ebenfalls nicht die Segelgeschwindigkeit berechnen wir in der Regel grosszügig. Wir lassen die Leinen um 03:00 los. Es wird eine schnelle Fahrt mit einem Etmal von170 NM trotz Reff 2 und gereffter Genua. Die Kreuzsee und die kurzen Wellenperioden sind unangenehm. Die Einfahrt nach Topolobampo ist eine etwa 8 NM ausgebaggerte Seestrasse und wir machen die Dada Tux im Hafen fest. Die Marina Palmira ist vorwiegend von einheimischen Motoryachten belegt. Mit uns liegen 3 «fremde» Segelschiffe im Hafen; die beiden anderen Paare segeln im Winter in dieser Gegend umher und im Sommer sind sie mit einem WoMo (Wohnmobil) in den USA und Kanada unterwegs.




Von Los Mochis, dem nächsten Ort, fährt der fast Welt bekannte Zug «Chepe» nach Chihuahua (Ferrocarril Chihuahua Pacifico). Oft sind Reservationen im voraus nötig. Auch wir erhalten nicht am gewünschten Tag ein Billett sind jedoch mit der Anfahrt am Montag und Rückreise am folgenden Sonntag zufrieden. Unsere Reise soll bis Creel gehen etwa 350 km von Los Mochis entfernt, einer der grössten Orte in der Hochlandregion der Kupferschlucht. Von dort sind geführte oder auf eigene Faust, Ausflüge, zu Fuss, zu Pferd, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto möglich, Flüsse, Schluchten, Wasserfälle können bewundert werden. Das Gebiet ist 4x grösser als der Gran Canyon in Arizona. Gerne wollen wir über die Raràmuris, welche in der Sierra de Tarahumara angesiedelt sind mehr erfahren.

Weiterlesen
  5486 Aufrufe
März
09

Von Puerto Escondido bis Santa Rosalìa (Halbinsel Golf von Kalifornien)

Einkaufen ist angesagt nach Wochen karger Möglichkeiten. In Loreto, der nächstgelegenen Stadt von Puerto Escondido, gut 20 km entfernt, gibt es gute Möglichkeiten. Wir mieten für 2 Tage ein Auto und los geht’s, dem Meer entlang nordwärts. Loreto ist, obwohl sie Teil ihres Charmes bei behalten hat, ein Ort, wo US Amerikaner und Kanadier sich ihren Lebensabend oder mindestens den Winter verbringen. (Das Überwintern von US Amerikanern und Kanadier ist übrigens charakteristisch für die gesamte Halbinsel, sei es per Boot, mit dem WoMo oder in einem eigenen Ferienhaus). Jesuiten gründeten im 17. Jahrhundert einige Missionen, so auch eine der ersten in Loreto. Loreto besitzt heute einen internationalen Flughafen und lebt hauptsächlich vom Tourismus.




Beim flanieren durch die Stadt entdecken wir einen Bioladen wo wir einiges zu Schweizerpreisen einkaufen, d.h. für «normale» Mexikaner nicht erschwinglich. Die Altstadt überrascht uns mit einigen hübschen Ecken. Wir finden ein einfaches Restaurant mit Innenhof und trinken einen aussergewöhnlich leckeren Dattelmilchdrink. Die Datteln sind regional. Auf dem Rückweg zweigen wir ab und besuchen in San Javier eine weitere Missionskirche. Der Weg führt Berg auf über kurvige Strassen mit herrlichen Blicken übers Meer und verschiedene (leider ausgetrocknete) Bachbeete. Der Ort ist klein, einige Familien leben vorwiegend vom Tourismus, es gedeiht etwas Obst, Bohnen, Karotten, die sie zur Selbstversorgung pflanzen. Juan zeigt uns die über 300 Jahre alten Olivenbäume mit ihren knorrigen Stämmen. Es sei sehr schwer, sagt er, seit Corona kommen kaum Touristen. Er verdiene seinen Lebensunterhalt mit Führungen durch die Olivenplantagen. Im Ort kaufen wir im kleinen «Tante Emma» Laden ein Süssgebäck. Dieses erweist sich so alt und trocken, dass wir es entsorgen. Dies würde die Aussage des Führers bestätigen. Wir hoffen für sie, dass sich die Situation bald ändert, der Ort ist wunderschön und auch, dass es diesen Sommer nach 3-4 Jahren Regen losen Jahren wieder regnet.

Weiterlesen
  5437 Aufrufe
Feb.
04

Baja California / Baja California sur / Mar de Cortès bis Puerto Escondido

Am 15. Dezember passieren wir die US/Mexikanische Grenze und klarieren, wie die meisten vom Norden kommenden Boote, in Ensenada ein. Die Marinas sind für die Einklarierungsmassnahmen spezialisiert und leisten Hilfe. Natürlich ist dies im Hafenpreis inbegriffen der für unser Boot pro Nacht gut 100 US$ beträgt. Bevor wir von Bord gehen dürfen werden wir von der «Gesundheitsbehörde» empfangen. Die Temperatur wird gemessen, die Covidimpfausweise kontrolliert, der Gesundheitszustand abgefragt. Wir erhalten ein «Dokument» mit dem wir uns frei bewegen können um am anderen Morgen alle übrigen notwendigen Schritte zu unternehmen, d.h. bei der Marina mit unseren Schiffsdokumenten, Pässen anmelden und bezahlen. Dann werden wir in ein Büro geschleust wo es von der Marina angestellte Helfer gibt die alle notwendigen Papiere für die Einwanderungsbehörde zusammenstellen, kopieren etc. und uns anschliessend zu den Behörden (es befinden sich alle 4 im selben Gebäude) chauffieren.



Glück haben wir mit dem Nachweis des Versicherungsschutzes. Obwohl dieser nebst anderen Sprachen auf spanisch geschrieben ist muss für die Mexikaner ausdrücklich ersichtlich sein, dass die Versicherung in Mexiko gültig ist. Mit Hansueli`s guten Internetrecherchen Kenntnissen findet er eine Dokument zu unserer Versicherung wo garantiert wird, dass unsere Versicherung Welt weit gilt. So kommen wir darum herum eine zusätzliche «Mexiko» Versicherung abzuschliessen wie dies einem uns bekannten Schweizerboot passiert.

Weiterlesen
  5333 Aufrufe
Dez.
06

Emerycove, San Francisco Bay, San Francisco bis San Diego

Gute drei Wochen liegt die Dada Tux gut vertäut in der Emerycove Marina. Wir sind sehr wohl hier, eingebettet zwischen live a bord Motoryachten mit Eric und Lisa auf der einen Seite, Geli (Angelika) und Rich auf der anderen Seite. Vor unserer Ankunft in San Fransisco versuchen wir in diversen Marinas Downtown einen Liegeplatz zu reservieren, da ist jedoch auf Grund der Fleet weeks entweder alles voll oder dann zu teuer (teilweise über 200 US$ pro Nacht). Wie das so ist im Leben und Seglerleben lernen wir in Port Townsend kurz ein Paar kennen, das im Richmond Yacht Club aktiv ist und werden ermuntert uns dort zu erkundigen. Die Möglichkeiten von dort mit dem ÖV irgend wohin zu gelangen sind sehr gering und anscheinend muss zudem zuerst eine recht gefährliche (Überfälle) Strecke bewältigt werden. Danny, der Hafenmeister, empfiehlt uns deshalb Emerycove in Emeryville, mit der Hafenmeisterin Diane. Wir sind sogar an einem Oktoberfest auf Steg G mit Weisswurst, Kartoffelsalat und Bier bei Eva (deutsch jedoch seit 50 Jahren in den USA lebend) eingeladen.



Die Suche nach einem Mechaniker für unser «Kühlwasserproblem» trägt nach einigen erfolglosen Versuchen jemanden zu finden, Früchte. Eric «erbarmt» sich unser (er arbeitet gerade an einer 64 Fuss Motoryacht uns gegenüber) und nimmt vorerst mit seinem Mitarbeiter Patrick einen Augenschein an unserem Volvo Penta Motor. Die «Diagnose» wird dann einige Tage später nach genauer Testung gestellt: ausgeleierte Seewasserpumpe. Das Gletscherwasser mit den darin vorhandenen Sedimenten sowohl in Patagonien wie auch in Alaska hat der Pumpe geschadet und sie ist ausgewaschen. Eine neue wird bestellt und nach Erhalt eingebaut, die Ventile kontrolliert und alles auf Herz und Nieren geprüft. Wir sind mehr als froh und um eine Erfahrung reicher.

Weiterlesen
  6101 Aufrufe
Okt.
17

Strasse Juan de Fuca, Westküste USA südwärts bis San Francisco

«Tuuth», «tuuth»…. tönt es alle zwei Minuten an unsere Ohren, ja – die Nebelhörner der Gross- und Kleinschifffahrt sind fleissig. Die Strait of Juan de Fuca ist nicht zu unterschätzen und nicht grundlos gefürchtet, vor allem für westwärts fahrende Schiffe. Der Westwind baut vom Pazifik die Wellen auf und den Segler erwarten Meter hohe Wellen auch ohne Wind. Je nach Strömung verstärkt sich der Spuk.
Von Port Angeles möchte ich kurz etwas für mich nettes berichten: uns gegenüber liegen viele kleine Fischerboote. Ein Name fällt mir auf, spanisch: Si-està («Ja – es ist» oder «Siesta»), was so eine sinnige Doppeldeutigkeit hat und mir sehr gefällt. Das «Bötli» ist zum Fotoshooting leider nicht mehr am Steg.



Die meisten Segler, so auch wir, suchen ein Wetterfenster, welches keinen Wind bis Neah Bay – 53 NM (Eintritt in den offenen Pazifik) anzeigt. Auch so schaukeln wir ganz schön in der Gegend umher, mal mit viel Nebel, dann hellt es wieder auf so dass wir bis nach Kanada sehen, verläuft doch die Landesgrenze Kanada/USA nicht ganz mittig des Wassers. Tieffliegende Flugzeuge scheinen die Boote zu kontrollieren. Neah Bay ist ein sicherer Ankerplatz um danach das Cape Flattery bei guten Bedingungen zu umrunden und endgültig auf den offenen Pazifik hinaus zu segeln. Trotz dichtem Nebel entschliessen wir uns unter Radar weiter zu segeln und uns an unsere ersten Nachtfahrt nach fast einem Jahr zu wagen.



Der meist achterliche Wind ist angenehm. Wir setzen unser Leichtwindsegel, den Parasailor, mit Spibaum. Zusammen mit der ungefähr 0,5 bis 1 kn Strömung segeln wir bei leichten Winden und ruhiger See südwärts. Mal scheinen die Sterne und die Milchstrasse über uns, kurze Zeit später sind wir im dichten Nebel und sehen, manchmal hören wir, knapp an uns vorbeifahrende Schiffe nur im Radar oder/und dem AIS. Der Nebel wird unser ständiger Begleiter sein, mal hinter, mal vor, mal über uns, mal rundherum, mal dichter, manchmal ebenfalls abwesend. Wir werden immer wieder begleitet von Walen und/oder Porpoises, ebenso fliegen die ersten Pelikane seit langem wieder um uns herum; immer ein Geschenk.

Weiterlesen
  6365 Aufrufe
Aug.
28

Einreise in die USA, Dada Tux in Bellingham

Nach 15 Nächten fliegen wir von der Dominikanischen Republik über Boston nach Seattle. Für 02:45 bestellen wir das Taxi in Boca Chica, der Flug soll um 05:01 starten. Die nötigen Dokumente für die Ausreise, resp. Einreise, inklusive Covid Test sind entweder ausgedruckt und/oder als QR Code auf dem Handy gespeichert. In Boston kommen wir ohne Probleme und ohne Warteschlangen zu unserem erneuten Visum für 6 Monate.

Weiterlesen
  6769 Aufrufe
Juni
21

Auf Umwegen zurück zur Dada Tux

Seit Mitte Oktober 2020 (Helen) und seit Mitte Dezember 2020 (Hansueli) sind wir in unserer von Freunden gemieteten kleinen möbilierten Einliegerwohnung in Uitikon Waldegg. Schön gelegen, hell mit Garten rundum, am Hausberg Zürichs, dem Uetliberg, mit Postauto oder der Uetlibergbahn in gut 10 Minuten mitten in der Stadt. Wir haben nichts zu klagen sind Mitte April 2 x geimpft. Nur wir können vom Schengen Raum nicht direkt in die USA zurück.

Gegen Ende Mai verbringen wir einige Tage in Deutschland mit unserer Familie die wir seit 2 Jahren nicht mehr gesehen haben und besuchen unsere Freundin Moni. Wir entscheiden uns über ein Drittland in die USA zu reisen und fliegen am 7. Juni 2021 mit Iberia über Madrid in die Dominikanische Republik nach Santo Domingo. Im Gepäck ist alles dabei für die Dada Tux, ein Reiseführer der DR und zusätzliche leichte Kleidung. In Boca Chica, in der Nähe vom Flughafen Santo Domingo buchen wir für 15 Nächte ein Hotel mit Frühstück. So wird es möglich sein am 22. Juni in die USA zu fliegen.

Weiterlesen
  5099 Aufrufe
Mai
10

Winter - Frühling 2021 Schweiz

Ein paar Bilder aus verschiedenen Regionen der Schweiz.

Die kleinen Bilder sind nur eine Vorschau. Mit einem Mausclick auf ein Bild öffnet sich eine grössere Version.























  4520 Aufrufe
Dez.
29

Ein gutes 2021

 

  4842 Aufrufe
Okt.
13

Kanadas Inside Passage bis Bellingham Washington State

Etwas über 650 NM und 16 mal ankern, so lange dauert unsere Reise gemäss Planung von Ketchikan (Alaska) durch das kanadische Gebiet (British Colombia) bis Bellingham (Washington), wo wir die Dada Tux überwintern. Aus den 16 geplanten Tagen werden es 23 bis nach Bellingham. Einerseits wegen Schlechtwetter anderseits ob der unerwarteten nicht so angenehmen Überraschung welche uns beim Eintreten in den Staat Washington erwartet.



Die Strömungen zu berechnen, den idealen Zeitpunkt für die Tagesetappe zu finden ist eine Herausforderung. Nicht nur dass bei längeren Abschnitten die Tide kehrt, aus jedem Seitenarm fliessen für mich nicht immer logische Gegenströmungen. Meistens heisst das für uns sobald es ein wenig «hellet» Anker auf und weiter.

Weiterlesen
  7429 Aufrufe
Sep.
23

Golf von Alaska – Inside Passage USA

Von Cordova starten wir über den Golf von Alaska, rund 400 NM Wir rechnen mit 3-4 Tagen. Kaum Wind ist angesagt für die nächsten Tage und trotzdem wollen wir weiter. In nächster Zeit (10 Tage) zieht ein Tief nach dem anderen mit viel Ostwind und hohem Wellengang heran. So ziehen wir es vor, wie auch die SY Aloha und SY Korvessa diese Strecke mehrheitlich mit Motorunterstützung zu «segeln». Der Alaskastrom beschert uns zu dem mit Gegenströmung von 0,5 bis 2,5 kn. Um in den Golf einzutreten müssen wir vorerst die Insel Hinchinbrook umrunden, was einem «Umweg» von ca. 50 NM entspricht. Möglichst genaue Gezeitenberechnung ist gefragt. Unterwegs erhalten wir Besuch von Schweinswalen, welche uns begleiten.



Weiterlesen
  7039 Aufrufe
Aug.
09

Südalaska, Prince William Sound

Während unserer Landreise gibt es einen Tsunamialarm in Seward Harbour. Die Menschen begeben sich in Sicherheit in höhere Regionen. Auch an die unbewohnte Dada Tux wird geklopft. Zum Glück ist nichts passiert und es kommen weder Menschen noch Schiffe zu schaden. Wir sind froh finden wir unser Segelboot vertäut wie vor der Reise.



Unser nächstes Ziel ist der Prince William Sound, zum Golf von Alaska gehörend. Dicht bewaldet mit tiefen Fjordeinschnitten, unzähligen kleinen geschützten malerischen Buchten, von starker Strömung geprägten Engstellen und von unzähligen Gletschern oft bis ans Meer ragend, präsentiert er sich. Wunderschöne Ankerplätze oft mit Wandermöglichkeiten finden wir in unserem Segelführer. Das Land angrenzend an einige Buchten gehört Ureinwohner und darf nur mit einer Bewilligung betreten werden. Uns ist es ein Rätsel wo man sich dann jeweils eine Bewilligung einholen kann. Nie sehen wir ein menschliches Wesen. Die teilweise engen Passagen müssen gut mit den Gezeiten koordiniert werden. Vorbei am Pugetgletscher und -Bay und dem Port Banbridge treten wir in den Sound. Eine pittoreske Fahrt liegt hinter uns und wir steuern die Fox Farm Cove, unseren ersten Ankerplatz an. Die Strömung ist uns günstig gesinnt und so lassen wir uns durch die Prinz of Wale Passage einige Seemeilen weiter ziehen, entscheiden uns für die Iktua Cove. Das erste Mal sehen wir die Lachse springen. Sie drehen ihre Pirouetten, Schrauben, «Bäuchler» teilweise in Gruppen, springen einmal, zweimal, dreimal, schwimmen wieder ein Stück Fluss aufwärts. Nicht weit entfernt auf dem AIS sichtbar ankert die SY Korvessa. Seit Honolulu begegnen wir uns immer wieder. Über Funk tauschen wir Informationen aus und wünschen «fair winds»

Weiterlesen
  7123 Aufrufe
Juli
28

Eine Reise ins Innere Alaskas, zum Denali und Wrangell - St. Elias Nationalpark



Kurzfristig ändern wir unsern Plan vom Prinz William Sound aus einen Landausflug zu unternehmen und beginnen unsere Landreise in Seward. Bei Regen und verhangenem Exitgletscher, dem Wahrzeichen von Seward, verlassen wir den Ort in Richtung Anchorage. Unsere Fahrt führt vorbei am Turnagain Meerarm wo je nach Flut oder Ebbenstand riesige Sandbänke zwischen Wasserrinnsalen und Felsen zu sehen sind. Am «Belugapoint», einem trichterartigen Durchgang, wo der Gezeitenhub bis 8 Meter betragen, es brodelt und hohe Wellen werfen kann, freuen wir uns die bei einlaufender Tide angekündigten Orcas, Belugas und Lachse zu sehen. Leider sind wir zur falschen Zeit am falschen Ort. Anchorage ist die Einwohner mässig mit gut 300000 grösste Stadt Alaskas. In den 1970 Jahren galt sie als wichtiger «Knotenpunkt der Welt», da die Flugzeuge zwischen landeten um auf zu tanken. Anchorage entstand um die Jahrhundertwende auf Grund dem von der US Regierung beschlossenen Bau der Eisenbahnlinie von Seward nach Fairbanks. Das dort entdeckte Gold war ausschlaggebend.



Im Anchorage Museum bewundern wir Können und Tradition der indigenen Völker Alaskas. Sie gehören sehr verschiedenen Kulturen an und es gibt grosse Unterschiede in ihren religiösen und kulturellen Eigenheiten. Seit 1995 sind die Gebiete in 13 Alaska Native Regional Corporations (Gebietskörperschaften) eingeteilt. Sie haben teilweise andere Rechte wie die übrigen USA Indianer, so z.B ist es ihnen erlaubt Wale für den Eigenbedarf zu töten. Eine zeitgenössische Bild-Ausstellung vorwiegend indigener KünstlerInnen zeigt die Verarbeitung ihrer Geschichte in eindrücklicher Art und Weise.

Weiterlesen
  6818 Aufrufe
Juli
27

Kodiak Harbour, Kodiak Insel, Katmai, Kenai Fjords – Süd und Südost-Alaska

Alaska ist seit 1959 der 49. Bundesstaat der USA. 1867 erwarb USA das Land vom Russischen Kaiserreich. Eine vielseitige interessante Gegend nicht nur von Fauna und Flora, bewohnt seit vermuteten 36000 Jahren von den Ureinwohnern. Russen und Europäer sind ab dem 17. Jahrhundert auf der Suche nach Pelzen, Kupfer- Gold- und Ölvorkommen. Die Suche um einen Durchgang durch die Nordwestpassage begann schon bald nach 1500 im Auftrag des französischen Königs. Vielen bekannt ist das tragische Schicksal von John Franklin 1845. Der Durchbruch gelang dem Norweger Roald Amundsen 1903-1906.

Kodiak eine der vielen Inseln Alaskas.

Weiterlesen
  7026 Aufrufe
Juli
27

Unterwegs nach Kodiak, Alaska

Am 2. Juni, nach 83 Tagen Honolulu, verlassen wir den Hawaii Yacht Club. Der Abschied verläuft etwas anders als Covid-19 konform, sehr herzlich und spontan. Besonders berührt mich Brian`s Riesenmuschel Abschiedsmusik.


Unsere übliche Kontrollliste ist abgehakt. Zwei Tage später werden wir eines Besseren belehrt. Beim Ausreffen mit Motorunterstützung ertönt der zusätzlich eingebaute Überhitzungsalarm des Auspuffs. Der Seewasserfilter ist verstopft. Was ist passiert? Kurz vor unserer Abreise lassen wir das Unterwasser von Eric reinigen, kontrollieren jedoch vor der Reinigung alle Filter. Und so haben sich Teile von der Unterwasserreinigung im Filter verhangen und lassen das Seewasser nicht mehr durch. Für Hansueli fängt das «Mechen» an. Der Impeller ist in der Zwischenzeit seine Flügel los, Teile davon haben sich im Wasseraustauschbehälter verfangen. Nach wiederholtem aus- und einbauen der diversen Schläuche und sonstigen Teilen saugt der Motor Meerwasser an. Durch das diverse Abschrauben und wieder anschrauben des Schlauches zwischen dem Seewasserfilter und dem Getriebe erhält dieser jedoch eine leicht lecke Stelle. In Kodiak wird der Schlauch ersetzt.

Weiterlesen
  6851 Aufrufe
Mai
24

Honolulu zum zweiten, «es» verändert sich

Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean und seit 1959 der 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Sie ist benannt nach der grössten Insel des Archipels, die inoffiziell auch Big Island heisst. Die Inselgruppe gehört zum polynesischen Kulturraum, bildet die nördliche Spitze des sogenannten polynesischen Dreiecks und wird zu den Südseeinseln gezählt.
Unsere Segelführer, Noodle's Notes von Bill Leary und Cruising Guide to the Hawaiian Islands von Carolyn and Bob Mehaffy sowie der «Landreiseführer» erzählen von herausforderndem Inselsegeln, geschichtlich wie landschaftlich sehr reizvollen und interessanten Orten. Die Feuer- und Vulkangöttin «Madame Pele» hätten wir gerne eingeladen, ebenso interessieren uns die verschiedenen Ethnien und die unterschiedlichen Traditionen auf den Inseln.



Vielleicht ein etwas gewagter Vergleich mit wenig Eigenerfahrung: mich erinnern die Hawaii Inseln ein wenig an die Kanarischen Inseln.

Weiterlesen
  7862 Aufrufe
Apr.
26

Honolulu, Oahu, Hawaii

Hier sind wir nun, auf einer der Trauminseln Hawaiis, vermutlich am bekanntesten Touristenort der hawaiischen Inseln und Hauptort, einklariert, von den Behörden kontrolliert, mit einem Visum für 6 Monate und einem Transit Permit für die Dada Tux für 12 Monate versehen. Es fehlt der Empfang von Blumen bekränzten und in meiner Vorstellung von mit bunten Baströcken versehen tanzenden hawaiianischen «Schönheiten». Wie stark wir doch von Werbung beeinflusst werden, trotz dem Versuch dies zu minimieren.

Wellenreiten, resp. das Surfbrett, hat die Inseln weltweit bekannt gemacht. Es galt als fester spiritueller und kultureller Bestandteil polinesischen Ursprungs. Duke Kahanamoku Paoa Kahinu Mokoe Hulikohola Kahanamoku, auch The Big Kahuna genannt, war dreimal Schwimm-Olympiasieger und gilt allgemein als Begründer des modernen Wellenreitens. Hatten die Missionare von Hawaiʻi einst das Wellenreiten als verdammenswerten Müssiggang verboten, wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts durch Kahanamoku wiederentdeckt und weltweit populär gemacht.

Weiterlesen
  7625 Aufrufe
März
29

Ecuador – Hawaii

Honolulu – als kleines Mädchen war für mich (und für andere Kinder in meinem Umfeld) Honolulu ein imaginärer Name, nicht existierend. Man sprach ihn aus, wenn man genug von irgend etwas hatte, zornig, enttäuscht… war.

Es gibt sie wirklich, die Stadt Honolulu auf der Insel Oahu in Hawaii wo wir nach unserer bisher längsten Überfahrt anlegen.

Weiterlesen
  7895 Aufrufe
März
28

Landreise in Ecuador

Zurück von den Galapagos steigen wir für knapp 3 Wochen in ein Mietauto. Wiederum durch Salsareisen buchen wir eine auf uns zugeschnittene Tour. Wir verzichten auf die Dschungel- und die Küstenausflüge (in Brasilien waren wir in Manaus und in einer Dschungellodge und die Küste kennen wir (so denken wir jedenfalls von der Dada Tux) aus. Das Programm ist voll und die Eindrücke für mich (fast) zu viel.

Weiterlesen
  7006 Aufrufe
Jan.
29

Ecuador

Erste Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse

Ecuador, das Land des Äquators, resp. da wo die Franzosen im 18. Jahrhundert auf Grund der optimalen Landmarken die Äquatorlinie bestimmt haben. Sie trennt die Nord- von der Südhalbkugel. Wir passieren sie während unserer See- und Landreise innerhalb Ecuador 4 Mal plus 1 Mal auf der Atlantik Überquerung Kap VerdeBrasilien. Für SeglerInnen ist es ein Muss dem Neptun gebührend zu huldigen. Beim Verlassen Ecuadors mit der Dada Tux Richtung Hawaii werden wir Neptun erneut etwas Gutes opfern.




Puerto Lucia in La Libertad, die Marina wo wir nun am Steg liegen, ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ein Resort mit Restaurant, Schwimm- und Tennisanlage, sowie einigen Wohnungskomplexen gehören dazu. Die zwei Stege, wo die Boote festmachen, sind schlecht unterhalten. Unser Steg hat eine starke Krängung und wir «eiern» umher oft mehr als auf hoher See. Mit 9 Leinen ist die Dada Tux festgebunden, zwei Leinen sind schon durch gescheuert, die anderen haben innert kurzer Zeit lange Bärte. Es hat Öl im Wasser, das jedoch nicht durch auslaufendes Öl kommt, sondern direkt aus dem Meeresboden. Das verschmiert die Leinen zusätzlich und das Wasser sieht unapetitlich aus. Als kleine Entschädigung schauen oft Schildkröten aus dem Wasser und treiben um die Boote. Pelikane und Fregattavögel erfreuen uns mit ihren Flugkünsten.

Weiterlesen
  7150 Aufrufe