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Von den Kanaren zu den Azoren (5. - 10.08.2016)

Von einem nochmaligen Abstecher zu Tochter und Familie (nur Helen) zurück auf Las Palmas bereiten wir uns auf unsere Abreise auf die Azoren vor. Es ist die bisher längste Segelfahrt an einem Stück für uns, ca. 790 sm (direkter Weg). D.h. wir sind zwischen 5-7 Tagen unterwegs, je nach Windrichtung und -stärke.
Das Wetter wird täglich studiert, eingekauft, Segel, Mast, Wanten… kontrolliert. Am 5. August sieht es für einige Tage günstig aus und wir lassen die Leinen los.

Las PalmasBlick zurück nach Gran Canaria
An der Nordostspitze von Gran Canaria angelangt trimmen wir die Segel. Das Grosssegel wird mit einem Reff belegt, dazu setzen wir die Genua. Die Winde kommen, wie üblich südlich vom Azorenhoch aus nord-nordöstlicher Richtung, d.h wir segeln 60-80 ° am Wind. Dank unseren Ballasttanks können wir Wasser auf den luvseitigen Bug umpumpen. Das erlaubt uns ein Segeln mit weniger Krängung, was deutlich angenehmer ist. Schon bald legt der Wind zu (5-6 Bf). Wir setzen ein weiteres Reff und den Kutter. Trotzdem rauschen wir mit 7-8 Knoten durch das Wasser, mit unterschiedlicher Wellenhöhe und -richtung. Kurz vor Ponta Delgada auf der Insel São Miguel – verlässt uns der Wind und wir motoren die letzten 7 sm. Eine gute, rasche Segelfahrt neigt sich dem Ende zu. Wir sind auf den Azoren, zu Portugal gehörend, angekommen.

Am WindSonnenuntergang
Dazwischen sind die Tage auf See. Wir müssen uns wieder an einen anderen Rhythmus gewöhnen. Die letzte grössere Strecke legten wir von Lagos (Portugal) nach Lanzarote (Kanaren) im letzten November zurück (etwas mehr als 4 Tage). Jeder Handgriff muss sitzen, die Sicherheit ist oberstes Gebot. Für mich ist es gut die ersten Stunden bei Tageslicht zu segeln. Da sind wir zu zweit, nachts wechseln wir uns ab 20.00 alle drei Stunden ab. Hansueli beginnt üblicherweise mit der ersten Schicht und macht oft „lange“ drei Stunden. Dafür kann er dann morgens so lange schlafen wie es geht. Die ersten beiden Nächte ist der Himmel klar. Im Wasser glitzert der Plankton. Die Milchstrasse klar und deutlich über uns zu sehen ist schon ein erhabenes Gefühl. Sternschnuppen fallen ab und zu, dazu hört man das Rauschen des Windes und des Wassers, sonst nichts. Es ist „still“ und unglaublich schön. Morgens folgt der Sonnenaufgang, dann Sonne und Wärme.

Salattellerentspannen
Jede Verrichtung auf See braucht deutlich mehr Zeit als an Land, besonders bei Schräglage. Mit der morgendlichen „Katzenwäsche“, Zähne putzen, kämmen, Sonnencreme einstreichen, ankleiden, Frühstück zubereiten ist es schon beinahe Mittag. Dazwischen werden im Logbuch Eintragungen gemacht, der Wetterbericht wird über das Satellitentelefon abgerufen, evtl. Kursänderungen besprochen und natürlich immer wieder Segelstellung, die nähere Umgebung (See und Himmel) in Augenschein genommen und Veränderungen wahrgenommen. Trotz aller technischen Hilfsmittel ist das Segeln zum Glück immer noch ein direkter „Dialog“ Natur und Mensch. Die nächsten zwei Tage und Nächte ist es bedeckter. Morgens ist das Meer so grau wie der Himmel und die Stimmung ist eine komplett andere. Es riecht rein, nur nach Wind und Wasser. Seeschwalben, -möwen und Delphine begleiten uns.

Ganz andere Geruchs-, Seh- und Hörempfinden erwarten uns beim Näherkommen der Azoren. Der Geruch ist nicht mehr so „rein“, Lichter brennen und es sind diverse Geräusche einer bewohnten Gegend zu hören.

Santa MarinaSonnenuntergang
Diesmal sind wir nach 4 Tagen und 17 Stunden am Ziel und legen gegen 02.00 am Anmeldesteg an. Dort herrscht ein enormer Schwell, die Fender knarren bedrohlich und wir schaukeln fast mehr als auf See. Nachdem wir die Dada Tux gut vertäut haben und uns schon im „Schlafanzug“ in die wohlverdiente Bettruhe begehen, klopft es am Schiff. Ein Wächter empfiehlt uns doch direkt in die Marina zu gehen, da sei es viel ruhiger und wir sollen einfach einen Platz aussuchen. Also heisst es nochmals ankleiden, alle Leinen los, unseren Liegeplatz für die nächsten Tage morgens um drei Uhr aussuchen. Eine Stunde später ist auch das erledigt. Wir schlafen gut und ruhiger, jedoch nicht allzu lange. Gegen 9 Uhr heisst es ein klarieren, Schiffspapiere, -versicherung und Pässe bei der Hafenbehörde vorweisen, dann geht es zur Zollbehörde, Migration und anschliessend zur Polizei. Nach dem wir die 4 Stationen „fehlerfrei“ durchlaufen haben genehmigen wir uns ein ausgiebiges Frühstück auf der Dada Tux, Marina Ponta Delgada, São Miguel, Azoren. Wir werden einige Tage auf der Insel verweilen um sie etwas zu entdecken, die Dada Tux wieder „säubern“ und dann an einem Stück bei entsprechendem Wetterfenster weiter nach Cherbourg segeln.

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Ponta Delgada, Sao Miguel, Azoren
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Samstag, 24. Februar 2024

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