DadaTux Blog

unsere Reiseberichte

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Brasilien, Uruguay, Argentinien, Chile
Apr
12

Von „Eden“ nach Puerto Chacabuco

Vier Segelboote in Puerto Edén, eine Seltenheit. Zwei Deutsche Yachten, Black Forest und St. Michel sowie zwei mit Schweizer Flagge, Kama* und Dada Tux. Puerto Edén ist nach einigen Wochen „Einsamkeit“ in den verwinkelten Kanälen, Inseln und Buchten von Patagonien die erste Siedlung welche wir anlaufen. 180 Einwohner, ein viel zu grosses Schulhaus, einige kleine Läden, eine Kirche, ein Fussgänger Holzsteg der um das ganze Dorf führt ein paar Fischerboote und nicht zuletzt gibt es hier ab und zu Internetempfang. Ein Mal pro Woche (am Sonntag) kommt ein Frachter von Puerto Montt, ankert vor der Bucht, bringt etwas frisches Obst und Gemüse, auf Bestellung andere Sachen. Der Ort ist idyllisch von vielen kleinen lieblichen Inseln umgeben. Fischer bringen verhältnismässig teuren Diesel in Kanistern an Bord.



Von Puerto Edén gilt es die Tide für die Angostura Inglesa richtig zu berechnen. Diese strömt mit einigen Knoten durch die enge Stelle. Für kurze Zeit, da die drei anderen Schiffe vor uns weiter reisen, sind wir alleine. Doch schon bald legt Threshold aus den USA neben uns an. Gemeinsam legen wir andern tags ab, ankern in der selben Bucht, besuchen gemeinsam den Seno Iceberg und ankern abends wiederum am selben Ort.



Der Seno Iceberg ist unsere erste Begegnung mit einem bis ans Wasser reichenden kalbenden Gletscher (Glaciar Tempanos). Auf Grund ungünstiger Wetter Verhälntissen können wir die vorgängig geplanten Gletscher nicht besuchen. Umso grösser ist unsere Freude, dass es diesmal klappt. Das Wetter zeigt sich von der guten Seite und mit fast Windstille tanzen uns die Eisstücke nicht allzu sehr um die Nase, resp. um den Bug. Farben und Formen des Gletschers sowie von dem schwimmenden Eis sind einzig artig und ein jedes ein Kunstwerk für sich.

Der Golfo de Peñas, ein offenes etwa 120 nm langes Stück im Pazifik, berüchtigt und gefürchtet wegen seiner Wellen, dem oftmals starken westlichen Winden, welche die Schiffe auf Legerwall treiben, rückt näher. Neben dem täglichen Abrufen der Wetterverhältnisse über das Satellitentelefon informieren wir uns beim Leuchtturmwärter vom Faro San Pedro. Mit raumem Wind und nicht zu hohen Wellen segeln wir die gesamte Strecke, tauchen bei der „Anna Pink“ wieder in die Inselwelt ein.



Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen verbringen wir einen Ruhetag in Puerto Millabu am Strand und klettern dem Wasserfall entlang hoch um über die eindrückliche Bucht zu schauen. Ein Entscheid liegt an: wollen wir den „Umweg“ über den Arm von Estéro Elefantes, Golfo Elefantes in die Laguna San Rafael wagen. Ventisquero San Rafael ist der weltweit einzige grosse Tidengewässer Gletscher der südlichen Halbkugel der sich so weit nördlich (46°S) befindet. Auf der Nordhalbkugel würde das ungefähr entsprechen wie wenn man am Lago Maggiore kalbende Gletscher bewundern könnte. Die Einzigartigkeit des Gletschers und die günstigen Wetterbedingungen erleichtern uns den Entscheid. Es gilt einige enge Stellen bezüglich der Tide gut zu berechnen, d.h. für uns wir nehmen den Anker bei Dunkelheit hoch und fahren die ersten Meilen mit Radar und unserem Track vom Vortag in die Finsternis. Bald beginnt die Dämmerung und wir gelangen als einziges Schiff (es hat oft Ausflugsboote) in die Laguna. Die Sonne zeigt sich, Delfine begleiten uns und wir geniessen die Schönheit dieses Ortes in vollen Zügen.

Angostura Inglesa
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Mär
17

Erste Schritte im patagonischen Chile

Ushuaia verlassen wir Anfang Januar und segeln ostwärts nach Puerto Williams, dem Einklarierungshafen für Chile. Club Naval de Yates Micalvi (dem südlichsten Yachtclub der Welt) ist unser Ziel, nur ca. 25 nm von Ushuaia entfernt und legen im Päckchen mit 4 anderen Booten an. Micalvi ist ein auf Grund gesetztes Boot, woran man sich vertäut, der ehemaligen Aufenthaltsraumes des Schiffes bietet einen WiFi Spot, eine Bar (aktuell ausser Betrieb) und ist Treffpunkt der SeglerInnen aus aller Welt. Toiletten, Duschen und Stromanschlüsse sind in einem eher desolaten Zustand, da seit geraumer Zeit kein Unterhalt (gehört zur Armada) gemacht wird. Es fehlt zur Zeit ein „Hafenmeister“. Dies ändert jedoch nichts an seinem Charme. Lucipara2 (Holland) begrüsst uns und einige Tage später stösst Maramalda (Schweiz) dazu, beides SY die in der WhatsApp Patagoniengruppe sind und wir schon kennen.


Auf der Maramalda (einer sehr gepflegten HR 43) von Dani und Rita legen wir in Richtung Kap Hoorn ab. Nicht ohne vorher gemeinsam gut geplant, die Bewilligung eingeholt und das Wetter genau „studiert“ zu haben. Die Umrundung erfolgt von West nach Ost. Die chilenische Armada schreibt genau vor, wo man durch segeln darf – es sind doch erhebliche Einschränkungen -. Auf der Insel Lennox verbringen wir unsere erste Nacht mit einem französischen Boot als Nachbarn. Das Ankermanöver gelingt auf Anhieb, Landleinen sind keine gefragt. Tags darauf ankern wir in der mit Kelp stark „ausgeschmückten“ Bucht Maxwell, sicher mit zwei Landleinen durch Rita und Hansueli befestigt. Die Landschaft wird karger, steile nackte Felswände umgeben uns, dazu kommt der Schwell vom Pazifik.

Fata Morganas tricksen uns aus. Wir sehen von weitem bizarre Felsformationen, die sich etwas später in Luft auflösen. In der Caleta los Leones (Isla Hornos) ankern wir um mit dem Dinghi zum Kap Hoorn, die Holzstufen zum Leuchturm hinauf zu steigen, die Aussicht zu bewundern und uns im „Gästebuch“ ein zu tragen. Wind und Wetter zeigen sich ausnehmend freundlich, es entsteht kein „gruseliges“ Kap Hoorn Gefühl.

Ein Erlebnis ist es allemal und die diversen Stempel im Pass und eine Urkunde ausgestellt vom Kap Hoorn Wärter sind, nebst den persönlichen Eindrücken, eine eindrückliche Erinnerung. Nun sind doch stärkere Winde angesagt und wir beeilen uns den Rückweg unter die Segel zu nehmen. Einen Zwischenstopp gibt es noch in Puerto Toro (Insel Navarino), danach geht es zurück nach Puerto Williams. In vier Tagen umrunden wir zu viert Kap Hoorn.

Maramalda in der Caleta Maxwell
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Jan
20

Zeit in Ushuaia und Umgebung

Von den 17 Segelbooten unserer WhatsApp Patagoniengruppe sind am 24.12.2018 vier in Ushuaia, Paladin aus Frankreich, Pazzo aus den USA, Lucipara2 aus Holland und wir. Von einigen wissen wir, dass sie auf den Maladiven (Falkland) angekommen sind, andere scheinen noch unterwegs zu sein. Dabei sind Boote aus Frankreich, Dänemark, Deutschland, Italien, Südafrika, USA und der Schweiz.


Wie immer nimmt das sich Orientieren vor Ort einige Tage in Anspruch. Wir liegen im Päckchen an einem Boot mit amerikanischer Flagge, der Miteigner von la Pinta ist Italiener und der andere Argentinier. An uns ist Pazzo aus den USA festgemacht. Der Club Nautico und der Afasyn sind vor allem ein Mekka aus französischen Segelbooten. Sie bieten Charter in die Antarktis an und scheinen eine eingefleischt Gemeinschaft zu sein. Daneben gibt es einige Holländer.

Ushuaia Cub Nautico
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Dez
27

Unter Segel von Piriapolis nach Ushuaia


Anfangs November lassen wir die Leinen in Piriapolis los. Unsere erste Etappe führt uns bis nach Mar del Plata, etwa 245 nm entfernt. Nach über zwei Monaten auf dem „Trockenen“ müssen unsere Seebeine zuerst wieder etwas wachsen.

Die Überfahrt verläuft problemlos mit moderaten achterlichen Winden wir kommen sicher im Yacht Club Argentino an, bleiben beim anlegen zwischen den zu krummen und engen Pfählen stecken und touchieren mit der einen Wante. Zum Glück ohne Schaden wie wir durch eine Mastkontrolle feststellen. Noch nicht einmal richtig vertäut stehen sieben Personen und ein Hund vor der Dada Tux. Es sind Leute von der Prefectura, dem Zoll und von der Immigration. Am nächsten Tag holen wir unsere Freundin Moni vom Flughafen ab und freuen uns sie dabei zu haben. Mit Guillermo, einem Kapitän auf einem Fischerboot freunden wir uns im Yachtclub an. Er gibt uns zahlreiche gute Tipps, führt uns mit seinem Auto überall hin und wir erfahren so einiges über Land, Leute und natürlich der Fischerei.


Die benötigten Landleinen sind leicht zu finden, alles andere wie gefütterte Gummistiefel, Kugelfender und das auffüllen unserer Gasflasche bleibt ein Wunsch. Die 15 Liter Motoröl „ergattern“ wir teuer im letzten Moment. Dafür können unsere Essensvorräte gut aufgestockt werden.

Der Superwind, unser Windgenerator, lädt nicht mehr und Hansueli ist wieder einmal mehr in Kontakt mit der Herstellungsfirma. Es scheint uns nichts anderes übrig zu bleiben als Ersatzteile nach Ushuaia kommen zu lassen in der Hoffnung, dass diese ankommen und wir das Problem lösen können. Zum Glück scheint oft die Sonne bei sehr angenehmen Temperaturen und unsere Solarpanele beliefern uns teilweise mit Strom, teilweise kommt er über den Motor den wir bei Flaute laufen lassen.

Abschied von Piriapolis
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Dez
21

Der Andine Nordwesten und der Nordosten Argentiniens

Um die „Wartezeit“ bis zur Weiterreise mit der Dada Tux „aus zu nützen“ beschliessen wir einige Tage im Landesinneren Argentiniens zu verbringen. „Acrux“ Stellar Destination, eine auf individuelle Reisen spezialisiertes Reisebüro in BA, stellt uns einen gut durchdachten und bestens organisierten Trip zusammen. Die Reise führt uns in die Provinzen Salta, Jujuy und Misiones. Salta und Jujuy werden vom südlichen Wendekreis durchzogen, grenzen an Bolivien und Chile. Die Mehrheit der Bevölkerung ist auch heute noch der indigenen Tradition verpflichtet.

Von BA fliegen wir nach Salta (der Abflug verzögert sich auf Grund eines weiteren Streiks der Argentinischen Fluggesellschaft um einen halben Tag). Wir beschliessen deshalb den „Memorial Park“, eine den Diktaturopfern gewidmete eindrückliche Anlage zu besuchen.

Gedenkpark an die Opfer der Militärdiktatur
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Dez
18

Buenos Aires

Früh morgens geht es in Piriapolis zu Busstation, von dort bis Montevideo und mit „Francisco“, nach dem aus BA stammenden Papst benannte Buquebusfähre nach Buenos Aires wo wir gegen 13.30 eintreffen, unserem ersten Aufenthalt für 4 Tage in Argentinien.

Omar, ein argentinischer Segler, den wir in Brasilien kennen gelernt haben, holt uns ab. Er gehört einem Segelverein an, der ausländischen Langfahrtseglern hilft, sich zurecht zu finden, auch bei den recht komplizierten Behördengängen (wenn man mit dem eigenen Boot hinkommt). Anscheinend gehört dazu ebenfalls eine sachkundige Stadtführung was wir sehr geniessen.
Eine Grossstadt erwartet uns mit einer gewaltigen „Geschichte“, stark, jedoch nicht nur, geprägt von Europäern.

Frühlingshafte Bäume
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Hansueli
Salü Ludwig wenn du auf ein Bild klickst, erscheint es gross und kannst die Bilder durchschauen. Unter dem Bild steht ein kurzer N... Weiterlesen
Dienstag, 18. Dezember 2018 04:35
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Dez
06

Uruguay

Seit Ende August sind wir im Puerto Piriapolis und bleiben bis wir weiter nach Mar del Plata segeln.

Seeloewe Piriapolis
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Sep
29

Rückblick 90 Tage Brasilien

Reisezeit vom 24. Mai (Recife) bis 21. August 2018 (Rio Grande do Sul)
Zurückgelegte Distanz:  2756 NM (5104 km)

Besuchte Bundesstaaten

Pernambuco, Bahia, Amazonas (mit Flugzeug), Espirito Santo, Rio de Janeiro, Sâo Paulo, Santa Catarina, Rio Grande do Sul

schmutziger Fluss Recife
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Sep
10

Unser letztes „Stück“ Brasilien

Paraty ist eine sehr malerisch am Meer gelegene Kolonialstadt und steht unter Denkmalschutz. Als Eigenheit zu erwähnen ist, dass erstmals die Strassen von Sklaven mit Kopfsteinpflaster auf Meereshöhe gebaut wurden um die Abwässer weg zu spülen. Bei Flut stehen deshalb einige Strassen unter Wasser. Während unseres Aufenthaltes finden die viel besuchten Literaturtage statt. Einzelne Lesungen sind auf französisch oder englisch, meistens jedoch auf portugiesisch. Wir nehmen den geschäftigen Betrieb in uns auf und schlendern durch den wirklich pittoresken Ort. Paraty ist ebenfalls bekannt durch sein Heilklima und die brasilianische (finanzielle) Oberschicht tummelt sich hier.
Die Marina de Engenho, wo die Dada Tux liegt, ist ein wunderschöner ruhiger Ort etwa 5 km ausserhalb der Stadt. Diese Marina gehört Amyr Klink, einem Brasilianer welcher mit seiner Aluminiumyacht von Pol zu Pol gesegelt ist und in Brasilien einer der grossen bekannten Segler ist. Manch einer besitzt hier eine (Segel)Yacht obwohl diese Gegend Wind arm ist. Oft wird ein Schiff als Zweit- oder Drittwohnung benutzt. Alex, ein Franzose, lebt z.B. seit 10 Jahren hier und verdient sich seinen Lebensunterhalt in dem er drei Segelboote hegt und pflegt. Er ist sehr hilfsbereit und gibt uns auf unsere diversen Fragen viele gute Tipps.

Unsere Fahrräder leisten gute Dienste, fast täglich radeln wir von der Marina in die Stadt und zurück. Das erste Mal auf unserer Reise haben wir Probleme mit den Geldautomaten, d.h. sie „spucken“ auf unseren Befehl kein Bargeld mit der Postcard aus. Auf Nachfrage in der Schweiz bekommen wir die Antwort, dass von ihrer Seite alles in Ordnung ist, dass es aber bekannt sei, dass es in Brasilien Probleme gibt. Dies hilft uns jedoch wenig haben jedoch momentan keine andere Möglichkeit als dies zur Kenntnis zu nehmen. So sind wir, auch wenn nicht mit Geld, so doch um eine Erfahrung reicher. Trotzdem sind wir nun Besitzer eines kleinen Zweitdinghis mit festem Boden um für die vorgesehene Reise Richtung Patagonien ausgerüstet zu sein.

Im Hintergrund Paraty
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Hansueli
Salü Ursula, salü Hansueli Danke vielmals für eure Wünsche und Kommentar. Hier kommt langsam der Frühling. Zwar regnete es heute s... Weiterlesen
Samstag, 29. September 2018 22:17
Hansueli
Salü Monika schön dass dir unsere Berichte gefallen. Hafengebühren sind so eine Sache. In Brasilien werden sie auf den jeweiligen ... Weiterlesen
Samstag, 29. September 2018 22:29
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Aug
01

Entlang unterschiedlicher Küsten wie die der Entdecker, der Wale, der Grünen Küste, des Kaffee`s

Entlang unterschiedlicher Küsten wie die der Entdecker, der Wale, der Grünen Küste, des Kaffee`s

Ilhéus bis Paraty

Allgemein:

Ich möchte allen, welche Lust haben mit der Geschichte all dieser Orte vertrauter zu werden das Buch von Stefan Zweig „ein Land der Zukunft“, ein Reisebuch und eine Liebeserklärung an Brasilien (1940/41) empfehlen. Es ist ein Buch von hohem sprachlich-literarischem Wert und gibt einen wunderbaren auch geschichtlichen Abriss der meisten Gegenden, welche Hansueli und ich besuchen. Auch Jorge Amado (geboren in Ilhéus) beschreibt vor allem seine Heimatregion Bahia in realistischen Bildern vorwiegend des sozialen Lebens. Es gibt neuere sicher auch gute Literatur, ich habe einfach „Zweig“ und „Amado“ gelesen und bin begeistert. Es sprengt unseren Rahmen und ist ja nicht für alle gleich interessant, jeweils noch allzu viel Geschichte im Blog zu schreiben. Unser Blog soll vorwiegend unsere punktuellen Erlebnisse und Eindrücke wieder geben.

Es regnet seit gut 2 Tagen, die Sicht ist schlecht, es hat wenig Wind und so verschieben wir die geplante Abfahrt um einen Tag.
Von Ilhéus nach Coroa Vermelha geht unsere Reise. Die Strecke beträgt ca 120 sm. Wir gehen Anker auf gegen 14.00 und kommen am nächsten Tag an. Die Strecke entpuppt sich als eine Art „Katz und Mausspiel“; es regnet, keine 5 Minuten später scheint die Sonne, es hat Wind zum segeln, wir setzen entsprechend Segel, kaum erledigt ändert der Wind seine Richtung und/ oder er schläft wieder ein. So heisst es für uns „fieren“, „dicht“ nehmen“, Genua einrollen, Genua ausrollen, Motor ein, Motor aus. Wir sind beschäftigt. Nicht zu unterschätzen sind die zahlreichen Fischerboote besonders nachts. Sie haben kein AIS oft auch keinen Radarreflektor. Mit ihren Lichtern erscheinen sie auf dem Meer wie Sterne am Himmel, am Horizont kaum zu unterscheiden und so sehe ich tatsächlich plötzlich 3 Fischerboote, wo vorher nur eines war (zwei davon sind Sterne). Es gilt in regelmässigen Abständen mit Fernglas und von Auge eine sorgfältige Rundumsicht zu machen. Der Vollmond scheint, dann verschwindet er hinter dunkeln Wolken. Auch er spielt „Katz und Maus“ mit uns.

Regenbogen
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Jul
02

Recife – Salvador – Manaus – Tariri Amazon Lodge – Salvador - Ilhéus

Recife - Salvador

3 ½ Tage brauchen wir für die 424 sm von Recife nach Salvador. Der Wind ist uns, wenn auch eher am Wind segeln, günstig gesinnt, bis kurz vor Salvador. Dort frischt er stark auf, es regnet, die Sicht ist schlecht (fast wie oft im englischen Kanal). Was uns erstaunt und wir in keinem von uns konsultierten Führer gefunden haben ist, dass wir während eines Grossteils der Strecke teilweise starke Strömung (gut 2 kn) gegen uns haben. Wir lesen, dass Pier Salvador, eine etwas nördlich des Zentrums gelegene Marina, ruhig und preiswert ist und Busse regelmässig ins Zentrum fahren. Es gilt vor der Einfahrt eine nur ein Meter tiefe Sandbank zu beachten. Wir legen mit viel Seitenwind an, touchieren ein kleineres Segelboot und verbiegen eine seiner Relingstangen. Das scheint jedoch überhaupt nichts zu machen trotz unserer Nachfrage wie wir den Schaden regeln können. Ein Mitarbeiter wird es reparieren und damit ist die Sache erledigt. Knapp hinter uns kommt ganz per Zufall ein weiteres Schweizersegelboot (September) an und so liegen wir dicht neben einander. Die Leute heissen uns willkommen, der Ort ist ruhig und idyllisch gelegen, das Internet schnell, das Wasser gut, die sanitären Einrichtungen und der Zustand der Stege jedoch etwas dürftig.

Da „Romlea“, eine holländische Segelyacht, welche ebenfalls nach Patagonien möchte, in der stadtnahen Marina liegt, beschliessen wir zu verlegen. Es ist „schwelliger“, jedoch alles ist viel zentraler gelegen. Die Dada Tux liegt vis à vis vom Elevador Lacerda. Das erlaubt uns von der Cidade Baixa in die Cidade Alta innerhalb sehr kurzer Distanz zu gehen.

Sonnenuntergang 3. Abend
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Hansueli
Salü Ursula, salü Hansueli schön immer wieder von euch zu lesen. Wir hoffen es geht euch gut und seid gesund. Lieber Gruss Hansuel... Weiterlesen
Freitag, 06. Juli 2018 16:49
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Mai
31

Paradiese (Überfahrt nach Brasilien, Recife)

Es scheint unzählige beschriebene und unbeschriebene irdische Paradiese zu geben, es gilt nur sie zu sehen. An einem mit vielen Lorbeeren beschriebenen, Fernando de Noronha, fahren wir bewusst vorbei, da „nur“ Regen angesagt ist.

Kurz zurück zu unserer 14tägigen Überfahrt (als Ergänzung zu Hansueli`s täglichen Berichten). Wir starten fulminant in Mindelo, mit über 30 kn Wind und rechtem Wellengang. Dies dauert etwa einen Tag, danach (sehr) ruhiges Parasailorsegeln über Tage, in den „Rossbreiten“ motoren wir. Hansueli überlegt sich ein Meerbad zu nehmen, ich bin da weniger überzeugt. Schon bald setzen wir den Code 0, später die Genua und das Gross und segeln Richtung Recife.
Alles in allem eine ruhige Überfahrt mit zwischen durch intensiven seglerischen Tätigkeiten. Als Einstimmung auf den neuen Kontinent lese ich „Magellan“ von Stefan Zweig, eine in jeder Hinsicht sehr empfehlenswerte Lektüre (danke Christoph). Von Stefan Zweig existiert ebenfalls eine Liebeserklärung an sein für kurze Zeit gewähltes Exil „Brasilien“ ein Land der Zukunft.

erster Sonnenungtergang
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